Märkte / Makro

USA und China nähern sich

Aufatmen an den Börsen: USA und China machen Fortschritte dabei, ihren jahrelangen Handelsstreit beizulegen.

(Reuters) Die USA und China haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf die erste Phase eines Handelsabkommens geeinigt. Die Regierung in Peking habe «vielen strukturellen Veränderungen und massiven Käufen» diverser Produkte zugestimmt, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.

Die für den 15. Dezember geplante neue Runde der Strafzölle werde entfallen, die Verhandlungen über eine zweite Phase des Abkommens sollen sofort beginnen. «Das ist für alle ein erstaunlicher Deal», schrieb Trump. «Vielen Dank!»

Kurz zuvor hatte China an einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz bereits von grossen Fortschritten bei den Verhandlungen gesprochen. Der stellvertretende Handelsminister sagte, die Volksrepublik werde mehr amerikanische Produkte kaufen – von Energie über Landwirtschaft und Pharmaerzeugnisse bis hin zu Finanzdienstleistungen, sagte ein weiteres Regierungsmitglied. Umgekehrt hätten die USA zugesagt, zusätzliche Zölle auf chinesische Waren zu streichen, sagte der Finanzstaatssekretär.

Dem Staatssender CCTV zufolge würden beide Seiten darüber sprechen, ob ein Handelsvertrag bei einer besonderen Zeremonie unterschrieben werden soll. Eine Einigung sei im Interesse von China, den USA und der gesamten Welt.

Verspätung wegen Trump

US-Präsident Donald Trump hatte am frühen Nachmittag Hoffnungen auf eine Beilegung des Handelskonfliktes mit China einen herben Dämpfer versetzt. «Die Geschichte des Wall Street Journal über den China-Deal ist völlig falsch, insbesondere die Aussage zu den Zöllen», twitterte Trump, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Er schickte seine Botschaft nicht einmal eine halbe Stunde vor einer von der chinesische Regierung angekündigten Pressenkonferenz um die Welt, bei der sie sich zum Stand der Dinge im Handelskonflikt äussern wollte. Peking sah sich gezwungen, den Termin um eine halbe Stunde zu verschieben.

Das «Wall Street Journal» hatte zuvor berichtet, US-Unterhändler hätten angeboten, auf die eigentlich für Sonntag angesetzten Zollerhöhungen für chinesische Importgüter im Wert von 160 Mrd. $ zu verzichten. Auch die Nachrichtenagentur Reuters hatte diese Informationen von Insidern erhalten. Demnach hätten Vertreter der US-Regierung zudem vorgeschlagen, bereits bestehende Zölle auf chinesische Güter im Volumen von etwa 360 Mrd. $ zu reduzieren, zum Teil auf die Hälfte. Im Gegenzug stimme Peking zu, im kommenden Jahr für 50 Mrd. $ US-Agrargüter zu kaufen – doppelt so viel wie 2017, bevor der Handelskonflikt begann.