Märkte / Aktien

Chip- und Social-Media-Werte lassen Federn

Enttäuschende Zahlen von Intel, IBM und Snap haben die Aktien ihrer Branchen belastet. Positive Signale hat hingegen Tesla gesendet.

(Reuters) Intels Streben um die Marktführerschaft auf dem Chipmarkt wirkt sich nachhaltig auf die Gewinnerwartungen aus. In den kommenden zwei bis drei Jahren werde die Bruttogewinnmarge zwischen 51 und 53% liegen, gab der US-Konzern in der Nacht zu Freitag bekannt. Das liegt deutlich unter den Erwartungen von Analysten, die allein für dieses Jahr mehr als 56% prognostiziert hatten.

Die Intel-Aktie brach am Donnerstag nachbörslich 9% ein und vernichtete damit nahezu das gesamte über das Jahr angesammelte Plus. Firmenchef Pat Gelsinger hat sich zum Ziel gesetzt, dass Intel in der anhaltenden Chipkrise seine Kapazitäten ausbaut und auch stärker in die Auftragsfertigung einsteigt.

Inzwischen spürt auch Intel selbst die Folgen der Lieferengpässe bei Halbleitern. Weil die wichtigste Kundschaft – Computerhersteller – wegen fehlender anderer Chips ihre PCs und Server nicht mehr ausliefern können, ist der Bedarf an Intel-Ware gesunken. «Das ist eine direkte Folge der Lieferprobleme in der Halbleiterindustrie», sagte Gelsinger.

IBM enttäuschen, Tesla legen zu

Die Aktien von IBM fielen um 9,6%, nachdem der IT-Konzern einen Quartalsumsatz unter Markterwartungen bekanntgegeben hatte. Selbst wenn man die vor der Abspaltung stehende Sparte Kyndryl herausrechnet, seien die Ergebnisse enttäuschend, monierte Analystin Julie Bhusal Sharma vom Research-Haus Morningstar.

Die Papiere von Tesla stiegen nach anfänglichen Verlusten um 3,3% auf 894 $. Die Gewinne des Elektroautobauers sprudeln, allerdings überschattete die Warnung vor Margendruck durch Investitionen in das deutsche Werk und Lieferkettenprobleme das Quartalsergebnis.

Snap zieht Facebook & Co. ins Minus

Der Betreiber des Foto-Messengerdienstes Snapchat, Snap, hat im dritten Quartal mit 1,07 Mrd. $ Umsatz die Markterwartungen verfehlt. Analysten hatten 1,1 Mrd. $ erwartet. Snap war die erste Social-Media-Firma, die in der laufenden Bilanzsaison Einblick in ihre Bücher gab.

Die Enttäuschung am Markt war groß: Nachbörslich rauschten Snap-Aktien bis zu 30% in die Tiefe und zogen andere Social-Media-Werte mit nach unten. Facebook und Twitter, die beide kommende Woche ihre Quartalszahlen vorlegen, verloren zunächst 6 und 7%. Auf das von Werbeeinnahmen dominierte Snap-Geschäft schlugen strengere Datenschutzregeln für Apple-Geräte durch, wie Snap am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Ein Datenschutz-Update für iPhones hindert Online-Werbetreibende am sogenannten Tracking von Nutzern ohne deren ausdrückliche Zustimmung. Eine Ablehnung bedeutet damit weniger Daten für personalisierte Werbung. Snap hatte sich zwar darauf eingestellt, dass dies das Geschäft beeinträchtigen würde. Das Unternehmen erklärte nun, zusätzlich hätten aber auch von Apple in diesem Zusammenhang zur Verfügung gestellte Technologien nicht den Erwartungen entsprochen.

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