Unternehmen / Ausland

Chipstress im Automobilsektor

Der Halbleitermangel trifft die Zulieferer härter als die Hersteller. Eine schnelle Lösung gibt es nicht.

Christian Braun

Die Knappheit an Halbleiterchips im Automobilsektor bereitet nicht nur Verdruss. Bloss wird das weniger thematisiert. Im Zusammenhang mit Automobilherstellern weltweit ist oft von den Einschränkungen die Rede: Die Konzerne können nicht so viele Fahrzeuge produzieren, wie es die Nachfrage erlaubt. Produktionslinien müssen immer wieder ruhen, weil es an elektronischen Komponenten fehlt.

Gemäss dem Beratungsunternehmen AlixPartners enthält ein typisches Fahrzeug heute bis zu 1400 Chips; diese Zahl werde noch steigen, wenn die Branche ihren Weg zu Elektrofahrzeugen, immer mehr vernetzten und schliesslich zu automatisiert fahrenden Automobilen fortsetze. Seine Experten rechnen für 2021 mit einem Produktionsausfall von knapp 4 Mio. Fahrzeugen. Dadurch würden der Branche rund 110 Mrd. $ Umsatz entgehen. Auch andere Schätzungen zeigen eine globale Volumeneinbusse von rund 5% oder mehr.

Herstellermargen steigen

Andererseits hat das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage im Automobilmarkt dazu geführt, dass in der Preisdurchsetzung nun die Hersteller am längeren Hebel sitzen. Die seit Jahren hohen Rabatte auf die Listenpreise sind gesunken oder verschwunden. Und das schlägt direkt auf die Marge durch. In den jüngsten Berichten von Herstellern ohne Sondersituation ist das gut zu sehen: Die erreichten Werte liegen klar über dem Niveau früherer Jahre (vgl. Grafik 1).

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