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In den vergangenen Jahren ist die Finanzwelt in ihren Grundfesten erschüttert worden. Eine Chronologie von 68 Daten, beginnend mit den ersten substanziellen Subprime-Verlusten der HSBC im Februar 2007.

Der Kollaps von Lehman Brothers am 15. September 2008 markiert einen Wendepunkt in der globalen Wirtschafts­geschichte. Die Folgen des Bankrotts sollten die Finanzwelt in ihren Grundfesten erschüttern, die grösste Wirtschaftskrise seit der Grossen Depression der Dreissigerjahre auslösen – die sogenannte Grosse Rezession – und schliesslich in der Schuldenkrise der Eurozone ihre Fortsetzung finden. Die abgebildete Chronologie gibt einen Überblick über die wichtigsten ­Ereignisse, die sich vor und nach dem 15. September 2008 ereignet haben.

7. Februar 2007: HSBC (5 674.9 0.78%) kündigt den ersten substanziellen Verlust im Zusammenhang mit Subprime-Krediten an.

10. Februar 2007: Die G-7 treffen sich in Deutschland und diskutieren die globalen Finanzprobleme. US-Finanzminister Henry Paulson erklärt, der amerikanische Immobilienmarkt habe sich abgekühlt, zeige aber Zeichen der Stabilisierung.

3. Mai 2007: Die UBS (UBSG 15.9 0.32%) kündigt an, Dillon Read Capital Management abzuwickeln. DRCM hat im ersten Quartal 2007 wegen des Engagements im US-Immobilienmarkt 150 Mio. Fr. verloren.

 17. Mai 2007: US-Notenbankchef Ben Bernanke hält die Subprime-Krise für ein befristetes und überschaubares Problem: «The effect of the troubles in the subprime sector on the broader housing market will likely be limited, and we do not expect significant spillovers from the subprime market to the rest of the economy or to the financial system.»

Juni 2007: Standard & Poor’s und Moody’s stufen 100 Bonds zurück, die mit Hypotheken besichert sind.

7. Juni 2007: Bear Stearns setzt den Rückkauf von Anteilen des High-Grade Structured Credit Strategies Enhanced Leverage Fund aus.

22. Juni 2007: Bear Stearns steckt 3,2 Mrd. $ in die Rettung von zwei Fonds, die im Subprime-Markt investiert sind.

22. Juni 2007: Marcel Rohner wird CEO der UBS, Peter Wuffli tritt zurück. Raoul Weil übernimmt von Rohner den Posten als CEO Global Wealth Management & Business Banking.

20. Juli 2007: Bernanke warnt, die Subprime-Krise könnte bis zu 100 Mrd. $ kosten.

31. Juli 2007: Bear Stearns setzt den Rückkauf von Anteilen eines dritten Fonds aus und beantragt Gläubigerschutz für die beiden Fonds, die bereits gerettet werden mussten.

6. August 2007: American Home Mortgage Investment Corporation, einer der grössten unabhängigen US-Hypothekaranbieter, meldet Insolvenz an.

9. August 2007: Der Interbankenmarkt friert ein. Die EZB pumpt 335 Mrd. € in das Bankensystem. Fed und Bank of Japan unternehmen ähnliche Schritte.

13. August 2007: Goldman Sachs (GS 223.53 0.48%) pumpt 3 Mrd. $ in einen Hedge Fund, der unter den Folgen der Kreditklemme leidet.

4. September 2007: Der Interbankenmarkt kollabiert.

7. September 2007: Der USD-Libor klettert auf den höchsten Stand seit Dezember 2000 auf 5,725%.

14. September 2007: Northern-Rock-Bank-Run: Die Bank muss auf Notfallliquidität der Bank of England zurückgreifen. Northern Rock wird Opfer der ausgetrockneten Interbankenmärkte. Die Kunden ziehen 2 Mrd. £ ab. Es ist der grösste Bank Run in Grossbritannien seit über hundert Jahren.

20. September 2007: Bernanke sagt, die Verluste aus der Subprime-Krise werden höher ausfallen als erwartet.

17. Februar 2008: Northern Rock wird verstaatlicht.

22. März 2008: Gerüchte um einen Kollaps von Bear Stearns machen die Runde. Das Fed spricht eine Garantie über 30 Mrd. $ aus. J.P. Morgan übernimmt Bear Stearns.

1. April 2008: Die UBS gibt für das 1. Quartal 2008 einen Verlust von 12 Mrd. Fr. bekannt, weitere 19 Mrd. Fr. werden abgeschrieben. Die Grossbank kündigt eine Kapitalerhöhung in Höhe von 15 Mrd. Fr. an. VR-Präsident Marcel Ospel will bei der GV vom 23. April nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Als Nachfolger wird Chefjurist Peter Kurer nominiert.

14. Juli 2008: Die US-Finanzbehörden sichern Fannie Mae und Freddie Mac Hilfe zu. Rund die Hälfte aller amerikanischen Hypotheken laufen über Fannie und Freddie.

7. September 2008: Die US-Regierung rettet die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

11. September 2008: Lehman Brothers weist einen Verlust von 4 Mrd. $ aus und erklärt, einen Käufer zu suchen.

13./14. September 2008: Am Wochenende wird um eine Lösung für Lehman gerungen. Die US-Notenbank will keine Finanzhilfe zur Verfügung stellen. Barclays (BARC 211.9 -1.14%) und Bank of America (BAC 23.24 -0.04%) gelten als potenzielle Käufer, beide ziehen sich jedoch zurück. Die Verhandlungen scheitern. Bank of America kauft stattdessen Merrill Lynch.

15. September 2008: Lehman erklärt Insolvenz. Es ist der grösste Bankrott in der Geschichte der USA.

17. September 2008: Die US-Notenbank greift AIG mit einem Kredit von 85 Mrd. $ unter die Arme, die Regierung übernimmt den Versicherungsriesen zu 80%. Für das Schlussquartal 2008 weist AIG den grössten je von einem Unternehmen gemeldeten Verlust von 61,7 Mrd. $ aus.

22. September 2008: Morgan Stanley (MS 42.84 0.49%) und Goldman Sachs geben ihren Status als Investmentbank auf. Damit erhalten sie Zugang zum Discount-Finanzierungsfenster des Fed.

2. Oktober 2008: Troubled Asset Relief Program (Tarp): Die US-Regierung verabschiedet nach zähem Ringen einen 700-Mrd.-$-Plan, um den Finanzsektor zu retten. Zwangsrekapitalisierung der dreizehn wichtigsten Banken.

8. Oktober 2008: Sieben Zentralbanken senken in einer gemeinsamen Aktion ihre Leitzinsen.

13. Oktober 2008: Die britische Regierung übernimmt 58% der Royal Bank of Scotland.

13. Oktober 2008: Die europäischen Regierungen stellen rund 1000 Mrd. € für die Finanzbranche zur Verfügung.

16. Oktober 2008: Rettung der UBS: Die SNB (SNBN 1931 0.84%) übernimmt ein Portfolio an toxischen Krediten im Umfang von 60 Mrd. $. Der Bund stellt zusätzlich 6 Mrd. Fr. in Form einer Pflichtwandelanleihe zur Verfügung.

9. November 2008: China beschliesst ein Konjunkturprogramm: Über zwei Jahre will die Regierung 586 Mrd. $ in die Infrastruktur und in soziale Projekte investieren.

14. November 2008: Die Wirtschaft der Eurozone rutscht erstmals in die Rezession ab.

15. November 2008: Die G-20, bestehend aus führenden Industrie- und Schwellenländern, beschliessen am Weltfinanzgipfel in Washington einen umfassenden Aktionsplan für eine Neuordnung der globalen Finanzmärkte.

25. November 2008: QE1 (Dezember 2008 – Juni 2010): Das Fed startet ein Anleihenkaufprogramm (Quantitative Easing) im Umfang von 800 Mrd. $.

5. Januar 2009: Der neugewählte US-Präsident Barack Obama hält die US-Wirtschaft für «sehr krank» und befürchtet eine Verschlimmerung der Situation.

 2. Februar 2009: Die UBS meldet einen Verlust von 20 Mrd. Fr. für das Jahr 2008. Es handelt sich um den grössten Verlust in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.

17. Februar 2009: US-Präsident Obama verabschiedet ein Konjunkturpaket über 787 Mrd. $. Mit dem Programm sollen 3,5 Mio. neue Stellen geschaffen und die Konsumausgaben angekurbelt werden.

26. Februar 2009: Die Royal Bank of Scotland weist für 2010 einen Verlust von umgerechnet 40 Mrd. Fr. aus. Es ist der grösste Verlust in der britischen Wirtschaftsgeschichte.

18. März 2009: Die US-Notenbank erhöht das QE-Programm und pumpt weitere 1000 Mrd. $ in die Kreditmärkte. Das Fed kündigt den Kauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren in Höhe von 750 Mrd. $ und Staatsanleihen in Höhe von 350 Mrd. $ an.

2. April 2009: In London findet ein weiterer G-20-Gipfel statt. Die Teilnehmer beschliessen Massnahmen im Umfang von 1,1 Bio. $ zur Bekämpfung der Krise.

4. April 2009: Japan kündigt das dritte Konjunkturpaket seit August 2008 an. Die Massnahmen belaufen sich auf über 300 Mrd. $.

7. Mai 2009: Die US-Notenbank publiziert das Resultat des Banken-Stresstests: Zehn Grossbanken brauchen zusätzliches Kapital im Umfang von rund 75 Mrd. $. Den grössten Bedarf hat Bank of America mit 34 Mrd. $.

26. September 2009: Am Gipfeltreffen in Pittsburgh beschliessen die G-20-Staaten Massnahmen, um künftige Krisen zu verhindern. Dazu gehören strengere Eigenkapitalregeln für Banken. Der Druck auf Steueroasen wird verstärkt. Die G-20 lösen die G-8 als massgebliches Gremium für globale Wirtschaftsfragen ab.

19. Oktober 2009: Der neu gewählte griechische Premierminister George Papandreou erklärt, die Staatsfinanzen seien gefälscht gewesen. Das Budgetdefizit sei doppelt so hoch, wie von der vorherigen Regierung kommuniziert und würde rund 12% des BIP betragen. Die Eurokrise beginnt.

25. März 2010: Die Eurogruppe und der IWF sichern Griechenland ein Rettungspaket zu, sollte das Land Hife beantragen.

23. April 2010: Griechenland beantragt offiziell internationale Finanzhilfe. Das Rettungspaket wird am 2. Mai verabschiedet und hat ein Volumen von 110 Mrd. €.

27. April 2010: Standard & Poor’s stuft Griechenland auf Ramschstatus herab.

10. Mai 2010: European Financial Stability Facility (EFSF): Die EU-Finanzminister einigen sich nach einer Marathonsitzung auf ein Massnahmenpaket, das die finanzielle Stabilität der Eurozone sichern soll. Das Paket hat ein Volumen von 500 Mrd. €, der IWF spricht zusätzlich 250 Mrd. €.

12. September 2010: Anlässlich des bevorstehenden Besuchs der Troika, die die Fortschritte des Landes beurteilen wird, sagt Griechenlands Premierminister Papandreou: «With the pace at which we are advancing and with the measures we have already taken, we are confident we will reach the goal we have set for 2010. There will not be more measures.»

3. November 2010: QE2 (November 2010 – Juni 2011): Das Fed kündigt an, Staatsanleihen im Umfang von 600 Mrd. $ aufzukaufen.

12. November 2010: Die G20 verabschieden am Gipfel in Seoul das Regelwerk Basel III. Die weltweite Regulierung der Banken soll vor weiteren Krisen schützen.

22. November 2010: Irland ist bankrott: Die Eurozone, EZB und IWF zapfen erstmals den Rettungsschirm an und einigen sich auf ein Rettungspaket von 85 Mrd. €.

6. April 2011: Portugal flüchtet unter den Rettungsschirm EFSF und erhält ein Hilfspaket im Umfang von 78 Mrd. €.

5. August 2011: Die USA verlieren ihr Spitzenrating und werden von Standard& Poor’s auf AA+ zurückgestuft.

6. September 2011: Die SNB beschliesst die Franken-Obergrenze und kündigt an, am Devisenmarkt ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter 1.20 zu tolerieren.

21. September 2011: Operation Twist (September 2011 – Dezember 2012): Das Fed lanciert das Programm Operation Twist, damit sollen die langfristigen Zinsen gesenkt und die Kreditvergabe angekurbelt werden.

27. September 2012: Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) tritt in Kraft.

21. Dezember 2011: Longer Term Refinancing Operation (LTRO): Die EZB öffnet die Geldschleusen und stellt den Banken Kredite über drei Jahre zu einem Zins von 1% zur Verfügung. Das Volumen beträgt 489 Mrd. €.

29. Februar 2012: LTRO 2: Die EZB greift erneut zur Liquiditätsspritze. Die Banken nehmen rund 530 Mrd. € auf. Damit pumpt die Notenbank innerhalb von drei Monaten fast 1 Bio. € in das europäische Bankensystem.

26. Juli 2012: Mario Draghi betont an der anschliessenden Pressekonferenz zum EZB-Zinsentscheid: «Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.»

6. September 2012: Outright Monetary Transactions (OMT): Das Programm ermöglicht der EZB, unbeschränkt Staatsanleihen von Krisenländern aufzukaufen. Voraussetzung ist, dass der betreffende Staat an einem Hilfsprogramm teilnimmt.

13. September 2012: QE3 (September 2012 – heute): Das Fed kauft monatlich Anteile im Wert von 85 Mrd. $.

22. Mai 2013: US-Notenbankchef Ben Bernanke deutet in einer Rede vor dem Kongress an, das Stimulusprogramm QE3 könnte unter bestimmten Bedingungen beendet werden (Tapering).

30. Juli 2013: Die UBS erklärt, bis Ende Jahr den Rettungsfonds (StabFund) von der SNB zurückzukaufen.

2. August 2013: Der S&P 500 (SP500 2415.82 0.03%) klettert auf den höchsten Stand seit 2005 und erreicht 1709,67 Punkte.

18. September 2013: Das Fed muss an seiner Zinssitzung entscheiden, ob die US-Wirtschaft stabil genug ist, um das Anleihenkaufprogramm zu reduzieren.