Unternehmen / Industrie

Befreiungsschlag für Clariant

Analyse | Die Untersuchung der Rechnung verlangt keine grosse Korrektur der Zahlen. Finanzchef Lynen übernimmt Verantwortung und tritt ab.

Die am 14. Januar von Clariant gemeldete unabhängige Untersuchung über mögliche Unstimmigkeiten in der Rechnungslegung der Jahre 2020 und 2021 ist abgeschlossen. Die Nachprüfung durch externe Berater von Deloitte und durch die Kanzlei Gibson, Dunn & Crutcher hat keine grösseren Einflüsse auf die Zahlen ergeben, vor allem keine negativen. Für Abschlüsse vor dem Jahr 2020 gab es insofern Revisionsbedarf, als gewisse Buchungen für die Eröffnungsbilanz 2020 minimal angepasst werden mussten. Der Schaden im Vertrauen dürfte allerdings beträchtlich sein.

Um diesen in einem ersten Schritt einzudämmen und einen Neustart zu ermöglichen, wird Finanzchef Stephan Lynen sein Amt zum 1. Juli niederlegen, aus eigenem Entschluss, wie es heisst. Er übernimmt damit die Verantwortung für die Unregelmässigkeiten, die nicht sein Verschulden sind, letztlich aber seinen Aufgabenbereich betreffen. Lynen war unter Investoren und Analysten respektiert und hat auch in der Finanzberichterstattung des Spezialchemiekonzerns positive Akzente gesetzt.

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Leser-Kommentare

Wolf-Stefan Schultz 27.04.2022 - 11:29
Offenbar wurde hier aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Der vom ehemaligen Kanzler und heutigen Putinfreund Schröder als der Professor aus Heidelberg verunglimpfte Paul Kirchhof hat einmal mit einer Studiengruppe Bilanzen verschieden großer Unternehmen in Deutschland untersucht und festgestellt, daß keine einzige allen steuerrechtlichen Vorschriften entsprach. Da ja ungefähr 90 % der weltweiten Steuerliteratur auf Deutsch veröffentlicht werden, hat sich… Weiterlesen »