Unternehmen / Industrie

Clariant überwindet sämtliche Hindernisse

Analyse | Nach einer über Erwarten guten Leistung im dritten Quartal erhöht das Spezialchemieunternehmen den Ausblick erneut.

Das hat es bei Clariant noch nie gegeben: einen Preiseffekt von neun Prozentpunkten im Umsatzwachstum. Der Umsatz selbst ist im dritten Quartal 23% gestiegen, ausser dank dem Preiseffekt auch dank einer kräftigen Volumenerholung gegenüber der Vorjahresperiode. Dem Spezialchemieunternehmen gelingt es immer besser, Preise durchzusetzen und den Anstieg von Kosten an Kunden zu überwälzen. CEO Conrad Keijzer bezeichnet dies am Telefon als bedeutenden Erfolg und als Ausdruck der Qualität des Spezialitätenportfolios von Clariant.

Und höhere Kosten gibt es, für Rohmaterialien, Transport und inzwischen besonders auch für Energie. Die Rohmaterialkosten von Clariant seien im Berichtquartal 25% gestiegen, und die Gaspreise in Europa seien sechsmal so hoch wie vor einem Jahr, sagte Keijzer. Für das laufende Quartal erwartet er eine Beruhigung der Inflation von Inputfaktoren, wegen der Energiepreise allerdings noch keinen Stopp. Clariant werde aber noch weitere Preiserhöhungen durchsetzen, denn im Schnitt dauere es drei Monate, bis höhere Inputkosten überwälzt seien. Wegen dieser Verzögerung sind Unternehmen bei einem anhaltenden Anstieg stets im Rückstand, und die Marge steht unter Druck.

Beeindruckter CEO

Dennoch ist es Clariant im dritten Quartal gelungen, den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) prozentual fast doppelt so viel zu steigern wie den Umsatz und eine Marge zu realisieren, die fast 200 Basispunkte über Vorjahr liegt (vgl. Tabelle). Dazu beigetragen hat ausser dem operativen Hebel aus höheren Volumen und der Anhebung von Preisen auch das laufende Effizienzprogramm. «Die Marge unter diesen Umständen so auszudehnen, ist kein Spaziergang im Park», lobt der CEO. Ein gutes Margenmanagement sei sehr wichtig, und vom Geleisteten sei er beeindruckt.

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