Unternehmen / Energie

CO2-freier Strom mit Finanzproblem

Ohne eine Änderung des Marktdesigns spielen fixkostenlastige Erzeugungsarten wie Wind-, Solar-, Nuklear- und Wasserkraft ihre Kosten kaum ein.

Der europäische Strommarkt ist in prekärer Lage. Immer wieder greifen Netzbetreiber zum Erhalt der Systemstabilität ein. Und immer mehr wachsen Zweifel, dass der Stromkassa- und Terminmarkt geeignet ist, eine CO2-arme oder -freie Versorgung angemessen zu finanzieren. Auch Energiemarktexperte Jan Horst Keppler von der Wirtschaftsuniversität Paris-Dauphine bemängelt das Marktdesign im Gespräch. Für Investoren, die Versorgeraktien halten, ist dies eine relevante Erkenntnis.

Die Sonnenfinsternis von Freitag, die einen Stresstest für den Markt brachte, aber glimpflich ausging, ist da nur eine Randnotiz. Inzwischen ist auch der deutschen Regierung klar, dass das Marktdesign verändert werden muss. Unklar ist nur, wie weitgehend und welche Anpassungen Finanzen und Ressourcen schonen. Denn Backup-Kapazitäten werden nur selten gebraucht und verdienen in der Zeit, in der sie laufen, ihre Kosten kaum oder nicht. Dagegen hält die Strombörse EEX ein völlig neues Marktdesign für nicht notwendig, sie wünscht sich stattdessen eine stärkere Flexibilisierung von Erzeugung und Nachfrage und eine bessere internationale Vernetzung.

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