Unternehmen / Gesundheit

Grössere Coltene ist weniger profitabel

Nach zwei Übernahmen ist das Dentalunternehmen fast 60% gewachsen. Integrationskosten schmälern jedoch die Gewinnmargen.

(AWP/AS) Der Dentalbedarfshersteller Coltene (CLTN 77 -1.03%) hat nach zwei Akquisitionen deutlich an Grösse gewonnen. Aufgrund der Zukäufe von SciCan und Micro-Mega und der damit verbundenen Kosten gingen die Profitmargen aber zurück.

Konkret legte das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 25% auf 12,8 Mio. Fr. zu. Die entsprechende Marge sank – mehr als von Analysten erwartet – von 12 auf 9,4%.

Die Marge lag primär aufgrund einmaliger Kosten für die Akquisitionen unter dem Vorjahreswert, wie Coltene am Donnerstag mitteilte. Die Integration der 2018 akquirierten Dentalspezialisten SciCan und Micro-Mega verlaufe jedoch nach Plan.

Zudem belasteten IT-Kosten für die Einführung von SAP (SAP 114.76 -0.8%) und ein höherer Personalaufwand im Hinblick auf die Einführung der neuen EU-Regulierung für Medizinprodukte im Mai 2020.

Organisches Wachstum sinkt

Der Gewinn unter dem Strich nahm knapp 29% auf 7,9 Mio. Fr. zu. Bereits bekannt war der Umsatz. Er stieg 58% auf 135,4 Mio. Fr.

Das organische Wachstum verlangsamte sich von 4,2 auf 1,4%. Währungsbereinigt waren es 2%. Coltene habe in einem stagnierenden Markt Anteile gewonnen, betonte CEO Martin Schaufelberger an einer Telefonkonferenz.

Nach Regionen erzielte Nordamerika das höchste Wachstum mit einem Umsatzplus von gut 133%. Das war aufgrund der Übernahme der in dieser Region breit verankerten SciCan keine Überraschung.

In Asien betrug das Plus gut 40%, in Europa und dem Mittleren Osten knapp 23%. Sorgenkind bleibt Lateinamerika mit 9,9%. Angesichts der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf dem Kontinent wertet Coltene das Wachstum aber als ansprechend.

Die Bilanzverhältnisse blieben solid mit einer Eigenkapitalquote von 43%. Aufgrund der Zukäufe erhöhte sich die Nettoverschuldung von 29 auf 46 Mio. Fr.

Ebit-Marge von 15% angestrebt

Mit Blick nach vorn erwarten der Verwaltungsrat und das Management im traditionell umsatzstärkeren zweiten Halbjahr Skaleneffekte sowie mehr Synergien und Effizienzgewinne aus der Integration der neuen Gesellschaften. Mit frischem Personal sollen weitere Marktanteile gewonnen werden.

Wegen der Integrationsaufwendungen werden die Betriebsgewinn- und die Reingewinnmarge den Vorjahreswert aber nicht erreichen. Mittelfristig rechnet die Gruppenleitung weiterhin damit, wie zuvor eine Ebit-Marge von 15% zu erzielen.

Wie das Unternehmen ausserdem bekanntgab, wird Forschungsleiter Werner Mannschedel per Ende September aus der Gruppe ausscheiden. Er werde dem Unternehmen für Spezialaufgaben weiterhin zur Verfügung stehen. Ein Nachfolger wurde in dem Communiqué nicht genannt.

Die komplette Historie zu Coltene finden Sie hier. »

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