Unternehmen / Gesundheit

Coltene von Sondereffekten belastet

Der Dentalbedarfshersteller weist für 2018 wegen Akquisitionen weniger Gewinn aus. Für das laufende Jahr peilt er eine höhere Marge an.

(AWP/AS) Der Dentalbedarfshersteller Coltene (CLTN 79.5 0.13%) hat 2018 wegen Sondereffekten aufgrund von Akquisitionen weniger verdient. Ohne diese Effekte wäre der Gewinn jedoch gestiegen. Die Dividende soll mit 3 Fr. gleich hoch wie im Vorjahr ausfallen und für private Schweizer Investoren steuerfrei aus den Kapitalreserven bezahlt werden.

Konkret erwirtschaftete Coltene einen Betriebsgewinn (Ebit) von 23,7 Mio. Fr., das sind 7% weniger als im Vorjahr. Er sei allerdings von nicht operativen, einmaligen Sonderkosten aus der Erstkonsolidierung der Akquisitionen beeinflusst worden, teilte der Hersteller von zahnmedizinischen Verbrauchsgütern und Kleingeräten für Zahnarztpraxen am Donnerstag mit. Sie beliefen sich auf 7 Mio. Fr.

Die Profitabilität kam infolgedessen deutlich unter Druck. Die Ebit-Marge lag noch bei 11,6%, nach 15,2% im Vorjahr. Ohne die Sonderkosten ist der Ebit ein Fünftel auf 30,7 Mio. Fr. gestiegen.

Unter dem Strich resultierte ein 22% geringerer Gewinn von 14,9 Mio. Fr. Ohne Sonderkosten belief sich der Überschuss auf 21,3 Mio. Fr.

Deutlich höherer Umsatz dank Übernahmen

Bereits bekannt war, dass Coltene den Umsatz 21,4% auf 204 Mio. Fr. gesteigert hat. Dies ist ebenfalls den genannten Akquisitionen der Firmen Kenda, Scican und Micro-Mega zu verdanken, die 30,4 Mio. Fr. Umsatz erzielten und damit 18,1 Prozentpunkte zum Wachstum beitrugen.

Das währungsbereinigte Wachstum aus eigener Kraft der angestammten Aktivitäten der Coltene-Gruppe lag mit 2,7% am oberen Ende des geschätzten Marktwachstums von 2 bis 3%. Mit Ausnahme von Lateinamerika wuchs Coltene überall zweistellig, wie das Unternehmen im Februar mitgeteilt hatte.

Mit Blick auf 2019 peilt die Gruppe eine Steigerung der Ebit-Marge trotz weiteren Integrationskosten für die übernommenen Firmen an. Mittelfristig gelten 15% Marge als Ziel. Diesen Wert werde Coltene spätestens 2021 erreichen, liess CEO Martin Schaufelberger im Februar in einem Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft» durchblicken.

Zudem sollen die Zukäufe sowie auch eine «erfreuliche Entwicklung im angestammten Geschäft» zu einem fortgesetzten kräftigen Wachstum führen.

Die Basis dafür bildeten die neuen Wachstumschancen aus dem Zusammenschluss mit Scican und Micro-Mega, Synergiepotenzial und Skaleneffekte sowie der fortgesetzte, gezielte Ausbau und die Stärkung der Verkaufsteams vornehmlich in den Schlüsselmärkten Europa, Asien und China.

Der Umsatz 2019 dürfte auf etwa 280 Mio. Fr. steigen (+37%). Wiederum sollen 70% des Gewinns als Dividende ausgeschüttet werden. Die Nettoverschuldung wird voraussichtlich auf 30 Mio. Fr. sinken.

«Finanz und Wirtschaft» rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 5.25 Fr. (nach Swiss GAAP FER). Damit sind die Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 bewertet.

Wechsel zu Swiss GAAP FER

Dieser Zahlenkranz ist der letzte, bei dem die Bilanzierung noch auf dem Standard IFRS basierte. Wie Coltene früher mitgeteilt hatte, wird die Rechnungslegung 2019 auf den Schweizer Standard Swiss GAAP FER umgestellt. Er wird erstmals im Halbjahresbericht angewandt.

Swiss GAAP FER sei weniger komplex und koste weniger, hiess es. Mit dem Wechsel von IFRS zu Swiss GAAP FER wird Coltene den gesamten bilanzierten Goodwill von 173 Mio. Fr. mit dem Eigenkapital verrechnen. Damit kommt es zu einer Verkürzung der Bilanz und zu einer Reduktion der Eigenkapitalquote von 70 auf über 50%.

Zudem werde die Bilanz im Wesentlichen um die Vorsorgeverpflichtungen gemäss IAS 19 entlastet, und auch die dafür nötigen aktuarischen Bewertungen würden in Zukunft wegfallen, hiess es. Auf den Gewinn werde sich dies im Normalfall leicht positiv auswirken.

Die komplette Historie zu Coltene finden Sie hier. »

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