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Commerzbank gibt Aktiengeschäft an Oddo BHF ab

Die deutsche Bank will ihre Kosten im Kapitalmarktgeschäft senken und lagert daher ihren Aktienhandel und das Researchgeschäft an die deutsch-französische Finanzgruppe aus.

(Reuters) Die Commerzbank (CBK 7.4980 +1.60%) lagert ihren Aktienhandel und das Researchgeschäft in Deutschland an Oddo BHF aus. Die deutsch-französische Finanzgruppe werde künftig Aktienkäufe- und verkäufe von Kunden der Commerzbank abwickeln und den Research für institutionelle Kunden übernehmen, teilten die beiden Institute am Dienstag mit. Die Commerzbank will damit vor allem Kosten im Kapitalmarktgeschäft senken. Oddo erweitert den Kreis der Banken, für die sie bereits Handel und Research bereibt.

«Wir sind überzeugt, mit Oddo BHF einen langjährig erfahrenen Partner gefunden zu haben, der eine hohe Expertise im Aktienvertrieb und -handel für die Märkte in Europa und Nordamerika sowie im Aktien-Research mitbringt», sagte Commerzbank-Firmenkundenchef Michael Kotzbauer. Das Institut hat die Pläne für eine Kooperation bereits im Rahmen seiner neuen Strategie Anfang des Jahres verkündet. Betroffen sind nun 80 Mitarbeiter der Commerzbank, von denen allerdings nur ein Teil zu Oddo wechseln soll, wie es von Seiten der Banken hiess.

Das institutionelle Aktienresearch wird die Commerzbank künftig nicht mehr selbst anbieten. Beratung im Aktiengeschäft für die mittelständischen Kunden wie etwa bei Börsengängen oder Kapitalerhöhungen werde es aber weiterhin geben, erklärte das Frankfurter Geldhaus, das jede vierte seiner weltweit rund 40.000 Stellen abbaut.

Oddo BHF arbeitet im Aktienhandel und Research bereits mit einigen anderen Banken in Europa zusammen, etwa der spanischen BBVA, der französischen Natixis und der niederländischen ABN Amro. Ziel der Partnerschaft mit der Commerzbank sei, Oddo BHF zu einem führenden Mitspieler auf dem primären und sekundären Aktienmarkt in Deutschland zu machen, sagte Oddo-Vorstand Christophe Tadié.