Wer Container sagt, muss China sagen. In der Seefracht jedenfalls ist das vollkommen unbestreitbar. Acht der zwanzig grössten Containerhäfen der Welt stehen an chinesischen Küsten. Einschliesslich der von China abhängigen Sonderverwaltungszone Hongkong und dem von der Volksrepublik beanspruchten Inselstaat Taiwan sind es sogar zehn. Die Bedeutung der Südchinesischen See für den Welthandel erweist sich allein schon an diesem Umstand; dass diese Region ein strategischer Brennpunkt ist, kann nicht verwundern. Schätzungsweise zwei Drittel des globalen Schiffscontainerverkehrs passieren heutzutage chinesische Häfen. Nur vier der zwanzig bedeutendsten maritimen Containerumschlagplätze sind nicht asiatisch – Rotterdam als grösster Hafen ausserhalb Asiens liegt erst auf Rang zwölf. Der grösste Hafen weltweit, Schanghai, verschiebt mehr als das dreifache Containervolumen von Rotterdam bzw. das vierfache des grössten amerikanischen Hafens (Los Angeles, erst auf Rang 18): Nach den neuesten Zahlen des World Shipping Council (2016) betrug das Volumen in Schanghai 37,1 Mio. TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, dt. Standardcontainer). Noch zu Beginn des Jahrtausends waren Singapur und Hongkong die grössten Containerhäfen, doch auch sie werden bedrängt durch die zügig wachsenden Konkurrenten aus China und dürften weiter zurückfallen.