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Corona bedroht das Cash-Land Schweiz

In der Pandemie haben Aktien von Zahlungsdienstleistern Aufwind. Doch gegen den Rückzug des Bargelds formiert sich Widerstand.

Bundesrat Ueli Maurer ist ein Bargeld-Fan. «Vor einem Jahr habe ich noch gesagt: Ich werde nur noch bar bezahlen», sagte er vergangene Woche an der FuW-Konferenz «Vision Bank». Doch Corona hat die Pläne des Finanzministers zunichtegemacht. «Vergessen Sie das», wischte Maurer einstige Überzeugungen vom Tisch. Die Pandemie hat die Sonderstellung des Cash-Landes Schweiz beendet und die Bargeld-Fans auf die Barrikaden gebracht.

Die Schweizer haben in der Pandemie ihr Zahlverhalten grundlegend verändert. 2017 bezahlten noch 70% im Alltag mit Bargeld, einer der höchsten Werte in Europa. 2020 waren es nur noch 43%, wie eine Umfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zeigt. Cash wurde in der Pandemie als möglicher Virusträger identifiziert, und die Lockdowns haben die Möglichkeiten, mit Bargeld zu zahlen, stark eingeschränkt.

Kein Zurück

Nun ist die Karte König. «Die Karte ist jetzt das vorherrschende Mittel zur Bezahlung», sagte PostFinance-CEO Hansruedi Köng an der FuW-Konferenz. 33% der SNB-Befragten nutzen dabei die Debit-, 13% die Kreditkarte. Der Rest zückt zum Zahlen vor allem eine App. Und 2021 sind laut Köng die «Cash-Zahlungen nochmals zurückgegangen». Der Präsident der Regionalbank Valiant, Markus Gygax, sekundiert: «Der Umsatz an den Bankomaten ist heute bei 60% des Niveaus von 2019.» Und er ist sich sicher: «Das kommt nicht mehr zurück.» Banken bauen seit langem ihr Geldautomatennetz ab. Es ist heute ein reiner Kostenfaktor für sie. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?