Der Start ins Jahr 2020 hatte sich für die Hotellerie an sich gut angelassen. In den Monaten Januar und Februar wuchs die Anzahl Logiernächte im Vorjahresvergleich je gut 6%. Die Bettenauslastung lag auf einem vernünftigen Niveau. Doch dann kam Corona und Mitte März der Lockdown. Die Hotels mussten zwar nicht schliessen, die bundesrätlichen Massnahmen wirkten jedoch faktisch wie eine behördliche Schliessung. Im März brachen die Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr gut 62% ein, die Bettenauslastung schrumpfte auf 14,7%. Der eigentliche Horrormonat war der April: Die Hotels standen mehrheitlich leer, die Logiernächte sanken 92,4%, die Bettenauslastung erreichte noch 2,5%. Die Erholung setzte im Mai nach den Lockerungsmassnahmen nur sehr zögerlich ein. Dabei sind die Stadthotels gemäss Angaben von HotellerieSuisse besonders hart getroffen. Neben dem Ferientourismus fiel auch der Geschäftstourismus fast vollständig aus. Trotz den guten Startmonaten ist das kumulierte Defizit enorm. Die Logiernächte schrumpften von Januar bis und mit Mai fast 44% auf noch 8,4 Mio. Für 2020 ist gemäss der Tourismusumfrage der Konjunktur­forschungsstelle Kof der ETH mit einem Minus von über 30% zu rechnen. Daraus dürfte sich für die Schweizer Hotellerie ein Wertschöpfungsverlust von mehr als 900 Mio. Fr. ergeben. Dieses Minus lässt sich kaum je kompensieren.