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Deutsche Börsenprofis wieder pessimistischer

Die deutsche Konjunktur wird wieder deutlich pessimistischer beurteilt, das ZEW-Barometer ist im Oktober stärker als erwartet gefallen.

(Reuters) Börsianer bewerten die Aussichten für die deutsche Konjunktur wieder deutlich pessimistischer. Das Barometer ihrer Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten fiel im Oktober stärker als erwartet um 21,3 auf 56,1 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter 171 Analysten und Anlegern mitteilte.

Ökonomen hatten mit 73,0 Zählern gerechnet. Die Börsenprofis beurteilten die Lage der Konjunktur allerdings besser: Dieses Barometer kletterte um 6,7 Punkte, verharrte aber mit minus 59,5 Zählern deutlich im negativen Bereich.

«Die grosse Euphorie der Monate August und September scheint verflogen zu sein», erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. «Die zuletzt stark gestiegene Zahl der Corona-Infektionen lasse die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung steigen. Hinzu komme die Aussicht auf einen Brexit ohne Handelsvertrag zwischen EU und Grossbritannien. Auch die gegenwärtige Situation vor den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten steigert die Unsicherheit.»

Die deutsche Wirtschaft war wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal mit 9,7% und somit in Rekordtempo eingebrochen. Fachleute erwarten für die zweite Jahreshälfte wieder spürbares Wachstum. Eine zweite Welle mit stark steigenden Corona-Infektionen und weiteren Einschränkungen für die Wirtschaft könnten die Belebung hingegen bremsen.

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