Unternehmen / Gesundheit

Coronageschäft für die Schnellsten

Hunderte Wirkstoffe werden gegen Covid-19 getestet. Viele Unternehmen schreiben wohl auch im Erfolgsfall Verlust.

Am Mittwoch sind die Aktien von Vir Biotechnology fast 30% abgestürzt. Ihr Antikörper VIR-7831 wird schwer kranken, hospitalisierten Coronapatienten kaum helfen, wie eine Interimsanalyse nahelegt. Eigentlich sei nichts anderes zu erwarten gewesen, bemerkten ­einige Beobachter. Zuvor waren schon die Antikörper von Regeneron, die sich mit Roche zusammengetan hat, sowie von Eli Lilly an dieser Patientengruppe gescheitert. Sie gilt als die schwierigste.

Bisher haben für andere Indikationen zugelassene Entzündungshemmer reihenweise enttäuscht. Dazu gehören Ilaris und Jakafi von Novartis. Das Unternehmen prüft zwei weitere Wirkstoffe in ­frühen Entwicklungsphasen. Mit anderen Gesellschaften sucht es ausserdem nach einem Mittel, das gegen die ganze Familie der Coronaviren wirkt. Im Hinblick auf künftige Pandemien wäre das hoch willkommen.
Roches Actemra hat in diversen Studien gemischte Resultate geliefert. Gemäss der mit rund 4000 Teilnehmern bisher robustesten rettet das Medikament jedoch einem von 25 behandelten Patienten das Leben. Roche, die mit Atea auch bei Covid-Patienten mit leichten Symptomen ein Eisen im Feuer hat, erwartet Resultate einer Studie, in der Actemra mit Veklury (Remdesivir) getestet wird. Das Mittel von Gilead hatte schon am 1. Mai 2020 als erstes eine Notfallzulassung erhalten.

Milliardenumsatz, wie lange?

Im abgelaufenen Jahr hat Gilead 2,8 Mrd. $ Umsatz generiert, 1,9 Mrd. davon im vierten Quartal, als die Hospitalisierungen stark zunahmen. Viele Investoren sind gegenüber dem ganzen Feld von Coronamedikamenten aber skeptisch. Mit steigender Impfquote wird die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe abnehmen und damit auch der Bedarf an Remdesivir und anderen Medikamenten. Seit einem Hoch im April 2020 bei knapp 86­$ sind die ­Gilead-Aktien überwiegend im Sinkflug. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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