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Coronakrise reisst tiefes Loch in die Staatskasse

Nach einem bereits hohen Fehlbetrag im vergangen Jahr hinterlässt die Coronakrise auch im laufenden Jahr tiefe Spuren in den Finanzen der öffentlichen Haushalte.

(AWP) Die Corona-Pandemie hinterlässt tiefe Spuren in den Finanzen der öffentlichen Haushalte. Nach einem Fehlbetrag von 20 Mrd. Fr. im vergangenen Jahr müsse für 2021 erneut mit einem Defizit von 16,5 Mrd. Fr. gerechnet werden, was 2,2% des Bruttoinlandprodukts entspricht, teilte die Eidgenössische Finanzverwaltung am Dienstag mit. Dank einer erwarteten Erholung der Konjunktur dürften aber bereits 2022 wie schon in den Vorkrisenjahren wieder Überschüsse verzeichnet werden.

Von den «rekordhohen» Defiziten in den Jahren 2020 und 2021 sei hauptsächlich der Bund betroffen, schreibt die Behörde. Aber auch die Kantone und Gemeinden würden rote Zahlen schreiben. Für die Massnahmen zur Abfederung der Coronapandemie müssten die öffentlichen Haushalte im laufenden Jahr wie schon im Vorjahr rund 17 Mrd. Fr. aufwenden.

Verschuldung steigt

Finanziert wurden und werden die Mehrausgaben hauptsächlich durch neue Schulden. So stieg 2020 die Schuldenquote hierzulande gemäss Richtlinien des IWF um 2,6 Prozentpunkte auf 42,4% des Bruttoinlandproukts an. 2021 dürfte die Quote auf einem ähnlichen Niveau bleiben, ehe für das Folgejahr eine Normalisierung der Finanzlage und ein Rückgang auf 41% prognostiziert wird. Bei der Maastricht-Schuldenquote wird für 2021 laut EFV ein Anstieg auf 28,1% erwartet, auch sie gehe 2022 leicht zurück auf voraussichtlich 27,3%.

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz gut da. So dürften gemäss den Prognosen die Schulden im Euroraum, im Vereinigten Königreich, und in Nordamerika während der Krise noch stärker ansteigen und Ende Jahr (gemäss IWF-Berechnung) bei 125% des BIP und mehr zu liegen kommen. Japan könnte Ende Jahr mit über 240% des BIP gar einen neuen Rekordwert aufstellen.

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