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Cosmo-Aktie stürzt nach angekündigter Wandelanleihe ab

Das Pharmaunternehmen plant, bis zu 200 Mio. € aufzunehmen. Der Erlös könne unter anderem für Akquisitionen eingesetzt werden.

(AWP/RB) Das Pharmaunternehmen Cosmo (COPN 101 -2.6%) will mit einer Wandelanleihe bis zu 200 Mio. € aufnehmen. Konkret werde eine Wandelschuldverschreibung über 175 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2023 ausgegeben, die um 25 Mio. € aufgestockt werden könne, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Die Anleger reagierten ungnädig. Der Aktienkurs sackte an der SIX von über Fr. 121 auf Fr. 99,5 ab und erholte sich danach nur leicht. Nach 10 Uhr pendelte er sich vorerst bei Fr. 103 ein, was einem Minus von 15% entspricht. Am Nachmittag bewegten sich die Kurse zwischen Fr. 101 und 102.

Der Nettoerlös aus der angekündigten Wandelanleihe soll laut den Angaben für allgemeine Unternehmenszwecke, potenzielle Akquisitionen und Einlizenzierungen verwendet werden. Die Anleihe sei nach dem 15. Januar 2019 in Cosmo-Aktien wandelbar, wobei diese aus dem bestehenden genehmigten Aktienkapital ausgegeben würden, hiess es weiter. Der Coupon werde zwischen 1,75 und 2,50% betragen.

Verwässerung befürchtet

Der heftige Ausschlag an der Börse ist Ausdruck der antizipierten Verwässerung des Aktienkapitals. Die zu wandelnden Aktien sollen dem bedingten, bereits genehmigten Kapital entnommen werden.

Sollte die Anleihe letztlich auf 200 Mio. Euro aufgestockt werden, könnten bei einem Wandlungspreis von leicht über Fr. 138 (95% des Schlusskurses vom 28. November plus 20%) rund 1,66 Mio. zusätzliche Aktien in Umlauf kommen. Zurzeit sind es etwas über 15 Mio. Stammaktien. Es würde eine Verwässerung von 11% resultieren. Damit wäre aber noch nicht das ganze genehmigte Aktienkapital ausgeschöpft. Insgesamt wurden nämlich knapp 3 Mio. Aktien bereits genehmigt.

Credit Suisse (CSGN 11.2 -0.97%), die zusammen mit Jefferies und Berenberg als Bookrunner für die Anleihe fungiert, wollte auf Anfrage der «Finanz und Wirtschaft» keine weiteren Auskünfte geben. Eine Anfrage bei Cosmo wurde am späteren Abend beantwortet. Gemäss Chris Tanner, der die Transaktion für das Unternehmen geleitet hat, steht hinter dem Kurssturz nicht die befürchtete Verwässerung, sondern Verkäufe von Hedge Funds. Mit dem Geld wolle man in den USA Rechte an zusätzlichen Produkten erwerben. Man prüfe verschiedene Optionen (zum Artikel).

Cosmo-Partner erhält Zulassung für Antibiotikum

Mit dem erst vor knapp zwei Wochen in den USA zugelassenem Wirkstoff Rifamycin SV MMX kann Cosmo einen weiteren Erfolg verbuchen. Der Lizenznehmer Dr. Falk habe die Zulassung für das darauf basierende Medikament Relafalk gegen Reisedurchfall in einem dezentralen Verfahren in Europa erhalten, teilte Cosmo am Mittwochabend mit.

Die Genehmigung betreffe die EU-Staaten Deutschland, Grossbritannien, Spanien, Dänemark, Griechenland, Finnland, Ungarn, Norwegen, Portugal, Polen, Schweden und Bulgarien, hiess es weiter. Relafalk ist ein oral verabreichtes Antibiotikum.

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