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Couche-Tard verzichtet auf milliardenschweren Carrefour-Kauf

Nach Gesprächen mit der französischen Regierung platzt der Deal. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire stemmte sich mit aller Macht gegen die Übernahme.

(Reuters) Die kanadische Ladenkette Alimentation Couche-Tard nimmt nach heftigem Widerstand der französischen Regierung Abstand von ihrem milliardenschweren Plan zur Übernahme von Europas grösstem Einzelhandelskonzern Carrefour. Die Gespräche über einen Kauf seien eingestellt worden, teilten beide Unternehmen am Samstag gemeinsam mit. Die Konzerne wollten nun Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten. Couche-Tard hatte eine unverbindliche Übernahme-Offerte von 20 € je Aktie vorgelegt. Sie bewertete Carrefour mit rund 16 Mrd. €.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire stemmte sich mit aller Macht gegen eine Übernahme von Carrefour durch Alimentation Couche-Tard. Die Lebensmittelsicherheit in Frankreich stehe auf dem Spiel, sagte Le Maire am Freitag dem Sender BFM TV. Dabei handele es sich um ein strategisches Interesse Frankreichs.

Carrefour kommt im französischen Lebensmittelhandel auf einen Marktanteil von rund 20%. Zusammen mit anderen Ketten hat Carrefour wesentlich Anteil an der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln in der Corona-Krise. Der Handelskonzern ist auch einer der grössten Arbeitgeber Frankreichs.

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