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Zahlungsausfall bei russischer Frankenanleihe

Mit der russischen Eisenbahn gibt es den nächsten Zahlungsausfall eines russischen Unternehmens. Offenbar sind aber die Sanktionen der Grund dafür.

Die russische Eisenbahn hat eine Zahlung auf eine Frankenanleihe nicht geleistet. Eigentlich hätte die staatliche Gesellschaft bereits am 14. März 2,1 Mio. Fr. an ihre Gläubiger zahlen müssen. Der Betrag war für eine Anleihe (ISIN: CH0522690715) fällig, die 2026 ausläuft und eine ausstehende Summe von 250 Mio. Fr. mit einem Coupon von 0,84% hat.

Die Obligation wurde von RZD Capital begeben, einer Tochter der russischen Eisenbahn mit Sitz in Dublin. Sie gilt als Emittentin, die die geliehenen Mittel direkt an die Eisenbahngesellschaft als Darlehensnehmer weitergibt. Die Anleihe hat eine Karenzzeit, in der der Schuldner seinen säumigen Verpflichtungen noch nachkommen kann. Diese Frist ist am Dienstag, 29. März, abgelaufen.

UBS (UBSG 17.23 +1.03%), einer der Federführer der Emission, hat am Dientag über die Webseite der Börse SIX eine Mitteilung veröffentlicht: «Wir teilen Ihnen ferner mit, dass die Zinszahlung des Darlehensnehmers bei der Emittentin nicht eingegangen ist, was nach Kenntnis der Emittentin auf rechtliche und regulatorische Verpflichtungen innerhalb des Korrespondenzbankennetzes zurückzuführen ist, und dass daher die Zinszahlung auf die Schuldverschreibungen, die am 14. März 2022 fällig ist, nicht erfolgt ist.»

Sanktionen behindern Zinszahlung

Der Verweis auf «rechtliche und regulatorische Verpflichtungen innerhalb des Korrespondenzbankennetzes» deutet darauf hin, dass vor allem die Sanktionen der Grund für den Zahlungsausfall sind, nicht ein Kapitalmangel. Bereits vergangene Woche hat der Stahlkonzern Severstal den Zahlungsausfall des ersten russischen Unternehmens seit Beginn des Angriffskrieges gemeldet.

Severstal musste bis Mittwoch vergangener Woche ihren Gläubigern 12,6 Mio. $ Zinsen überwiesen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hatte Citigroup (C 49.75 -0.06%) die Annahme der Zahlung aufgrund einer fehlenden Genehmigung des US-Finanzministeriums blockiert. Bei der Zinszahlung der Moskauer Regierung eine Woche zuvor hatte das US-Ministerium die Genehmigung noch erteilt.

Die Vorstandsmitglieder der Eisenbahngesellschaft Dmitri Tschernyschenko (Gazprom-Media), der Minister für Bau- und Wohnungswesen Irek Faisullin und der Verkehrsminister Witali Saweljew stehen auf der Sanktionsliste der EU. Der Grund ist, dass die Eisenbahn militärische Ausrüstung in der Nähe der ukrainischen Grenze transportiert hat.

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