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Covid-19 zieht asiatische Aktien tiefer in den Keller

In China schreitet die Normalisierung weiter voran. Doch in anderen Teilen der Region ist das wirtschaftliche Leben beinahe zum Stillstand gekommen.

Die Woche hat an den asiatischen Börsen mit weiteren Kursverlusten begonnen. Ausserhalb Chinas greift die Covid-19-Pandemie um sich und zwingt die Regierungen zu einschneidenden Massnahmen.

Nachdem die neuseeländische Regierung am Wochenende bis auf weiteres alle nicht essenziellen wirtschaftlichen Aktivitäten untersagt hatte, brach der Hauptindex der Börse Wellington am Montag im frühen Handel 10% ein.

Indien riegelt Delhi von der Aussenwelt ab

Die Börse Schanghai gab in der Morgensitzung 1,6% nach, während der Hongkonger Hang Seng (Hang Seng 23970.37 -1.17%) 4,5% fiel. In der Region Asien-Pazifik legte am Montag einzig die Börse Tokio zu. Das war gemäss japanischen Pressemeldungen allerdings das Resultat von staatlichen Stützungskäufen.

Der Hauptindex der Börse Mumbai gab am Montag im frühen Handel über 9% nach. Indien ist mit 341 bestätigten Covid-19-Ansteckungen bisher noch nicht stark betroffen. Zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus wurde jedoch die Hauptstadt Delhi auf Anweisung der Regierung vorerst bis zum 31. März vom Rest des Landes abgeschottet.

Schatten über US-Wirtschaft

Es mehren sich die Zeichen, dass die Weltwirtschaft in den ersten zwei Quartalen 2020 in eine tiefe Rezession abgleitet. Nach neuster Einschätzung des US-Finanzhauses Morgan Stanley (MS 37.87 2.52%) droht die amerikanische Wirtschaft im zweiten Quartal 30% zu schrumpfen. Auch Goldman Sachs (GS 170.0033 2.4%) erwartet einen Einbruch von 24%.

Die Ratingagentur S&P Global Ratings hat die Wachstumsprognose für die Volkswirtschaften Asiens für das laufende Jahr auf 2,7% halbiert. Die neue Schätzung basiert allerdings auf der Annahme, dass das Coronavirus in den kommenden Wochen wirksam eingedämmt werden kann und sich das wirtschaftliche Leben in der zweiten Hälfte 2020 normalisiert.

China meldet keine neuen lokalen Ansteckungen

Nachdem China Mitte vergangener Woche keine bestätigten Neuansteckungen gemeldet hatte, ist die Zahl der Neuinfizierten über das Wochenende erneut gestiegen. Es handle sich dabei aber ausnahmslos um aus dem Ausland importierte Fälle, liess die nationale Gesundheitskommission am Sonntag wissen. Als Folge davon wurden alle aus dem Ausland kommenden Flugzeuge nach Peking auf andere chinesische Flughäfen umgeleitet.

China war das erste Land, in dem Ende 2019 Ansteckungen mit dem neuartigen Virus gemeldet wurden. Mit insgesamt 81’093 bestätigten Fällen bleibt es das noch vor Italien am stärksten betroffene Land.

Noch können Investoren nicht aufatmen

Doch die von Peking ergriffenen drastischen Quarantänemassnahmen scheinen die gewünschte Wirkung gezeigt zu haben. Nachdem Mitte Februar das wirtschaftliche Leben praktisch zum Stillstand gekommen ist, normalisiert sich die Lage jetzt schrittweise.

Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, ob ein erneuter lokaler Ausbruch der Epidemie verhindert werden kann. Nach Einschätzung von Analysten der Credit Suisse (Credit Suisse 8.186 -1.63%) wird der auf den globalen Aktienmärkten lastende Abgabedruck zumindest in den kommen zwei Wochen anhalten.

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