Credit Suisse hat sich erholt

Der Umbau der Grossbank ist vorangeschritten. Die Aktien nehmen die erfolgreiche Neuorientierung zu einem Grossteil vorweg, bieten aber dennoch Potenzial.

Das von CEO Tidjane Thiam initiierte dreijährige Restrukturierungsprogramm der Grossbank Credit Suisse (CSGN 15.23 2.46%) befindet sich in seiner finalen Phase. Seit sich erste Erfolge der eingeleiteten Massnahmen abzeichnen, gewinnen Anleger wieder Vertrauen, und der Aktienkurs steigt. Zu den

wichtigsten Eckpunkten der Neuausrichtung gehören die Rekapitalisierung des Unternehmens, die Reduktion der Kosten, das Verringern der Risiken und das Lösen der grössten hängigen Gerichtsfälle. Die Zielvorgabe war, den Konzern auf Wachstumskurs zu bringen und neue Kundengelder zu gewinnen.

Credit Suisse befindet sich auf Kurs, auch wenn die Ziele im Verlauf der Restrukturierung korrigiert und insgesamt zwei Kapitalerhöhungen durchgeführt werden mussten. Tidjane Thiam hat die Probleme angegangen und liefert nun Erfolge. Netto wurden die Kosten bereits 3,2 Mrd. Fr. gesenkt. Dazu gehören unter anderem einschneidende Massnahmen im Investment Banking. So sollen die Ausgaben sinken und die Schwankungen des Gewinns reduziert werden. Dazu kommt der Verkauf der Private-Banking-Aktivitäten in den USA. Der CEO spricht im Zusammenhang mit den Ergebnissen aus der Restrukturierung vom operativen Hebel. Damit meint er das Zusammenspiel von sinkenden Kosten und steigendem Ertrag.

Dass die Bank unter Thiam noch keinen Gewinn ausweisen konnte, liegt zu einem grossen Teil an der Vergangenheit. Dazu gehören der Goodwillabschreiber aus der Akquisition der US-Investmentbank DLJ, die siebzehn Jahre zurückliegt, und die Beilegung der Rechtsstreitigkeiten um die Verbriefung fauler Hypotheken in den USA. Zuletzt verbuchte Credit Suisse aufgrund der US-Steuerreform einen Abschreiber von rund 2,3 Mrd. Fr. auf ihren Steuerguthaben.

Dank dieser Bereinigung schafft sich die Bank eine gute Ausgangslage für künftiges Wachstum. Verbunden mit dem neuen Geschäftsmix spricht das für verlässlichere Ergebnisse, was eine weitere Bewertungsexpansion rechtfertigt.

Die Aktien handeln mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,1. Damit sind sie etwas günstiger als UBS (UBSG 15.875 2.98%) (1,3), aber teurer als der europäische Bankensektor, gemessen am Stoxx 600 (SXXP 382.63 0.7%) Banken (0,8). Dennoch sind sie ein Kauf, da die Früchte des Umbaus noch nicht vollends geerntet wurden.

Dass auch die Kunden wieder Vertrauen gewinnen, zeigt sich an der Neugeldentwicklung.

Die komplette Historie zu Credit Suisse finden Sie hier. »

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