Unternehmen / Finanz

Credit Suisse läuft auf

Das Problem eines Hedge-Fund-Kunden wird zum Problem der Bank – finanziell wie imagemässig.

Credit Suisse hat im Debakel um den US-Hedge-Fund Archegos auch am Dienstag keine positiven Akzente setzen können. Die Aktien standen weiter unter Druck und sanken im Tagesverlauf über 3%, nachdem sie am Montag fast 14% verloren hatten. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Kursverlust auf 9%, obwohl das generelle Umfeld für Banken besser ist als auch schon. Die Tatsache, dass sowohl die Vermögensverwaltungseinheit als auch die Investmentbank von einem Grossschaden betroffen sind, stellt das  Selbstverständnis und die Wachstums­ambitionen der Bank in Frage.

Am Montag hatte CS in einem Trading Update vor einem «sehr bedeutenden und materiellen» Verlust im ersten Quartal ­gewarnt. Der US-Hedge-Fund Archegos Capital Management konnte seiner Nachschusspflicht (Margin Call) nicht nachkommen. Die kreditgebenden Banken, darunter Credit Suisse, liquidierten daraufhin ihre Wertschriftenpositionen.

Wie der Kunde, so die Bank

Doch statt sich mit dem Verkauf der Sicherheiten – es soll sich u. a. um die amerikanische CBS und die chinesische Baidu gehandelt haben – schadlos zu halten, läuft CS nun Gefahr, einen Milliarden­verlust zu erleiden. Wieso sich die Bank eine blutige Nase holte, als namentlich CBS um mehr als 50% abstürzten, ist unklar. Andere kreditgebende Banken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley verzeichneten geringe Verluste. Die «Financial Times» berichtete über gescheiterte Versuche der Banken, eine geordnete Abwicklung der Positionen zu organisieren. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Peter Gruner 31.03.2021 - 08:04

“zumuten” ist genau das richtige Wort, und statt Anlegern wäre “Spekulanten” oder “Hasardeuren” die bessere Wortwahl. Ausserdem fehlt es der CS in grossem Stil an Managementqualität und einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell…

Christoph Saetteli 31.03.2021 - 21:10

Das Wort Spekulant kommt vom lateinischen “speculare”, übersetzt bedeutet dass in die Zukunft schauen, dass versucht letztlich jeder Mensch ob er nun spekuliert oder nicht, ich würde diese Akteure als Spieler nicht als Spekulanten bezeichnen, man sollte die Bezeichnungen korrekt verwenden.

Christoph Saetteli 31.03.2021 - 21:06

Ich finde es toll dass die FuW zu ihrer nach hinten losgegangenen Empfehlung steht. Im Nachhinein ist man immer klüger, aber die Geschichte hat meine Sicht dass Gross Bankaktien hauptsächlich dem Management nützen und der Aktionär, in krassen Fällen auch der Steuerzahler für die Risiken haften muss bestätigt.