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CS-Management will mehr Lohn

Die Grossbank berechnet ihre operationellen Risiken ab dem vierten Quartal 2019 in Dollar. Dadurch verbessert sich die Bemessungsgrundlage für Bonuszahlungen.

Die Geschäftsleitung der Grossbank Credit Suisse (CSGN 12.955 0.5%) (CS) schafft die Voraussetzungen, 2019 mehr zu verdienen als im Vorjahr. Dies dank einer Umstellung der Referenzwährung, was die materielle Eigenkapitalrendite (Return on Tangible Equity; RoTE) erhöht.

Der Schritt scheint von langer Hand geplant zu sein. An der Generalversammlung 2019 wurde das Vergütungssystem für dieses Jahr in genau einer Komponente angepasst, nämlich bei den kurzfristig variablen Vergütungen. Neu fliessen nicht mehr die zu erzielenden Kostenersparnisse in die Bemessungsgrundlage ein, sondern die ausgewiesene RoTE der Gruppe für das Leistungsjahr 2019. Und genau diese RoTE wird 2019 durch eine technische Umstellung steigen. Kern dieser Massnahme: Die Bank nimmt ihre Berichterstattung zwar weiterhin in Franken vor, die operationellen Risiken jedoch werden ab dem vierten Quartal 2019 neu in US-Dollar berechnet.

Laut CS hängt der Wechsel damit zusammen, dass der grösste Teil der operationellen Risiken im Handelsgeschäft anfällt. Dieses wird grundsätzlich in Dollar abgewickelt, womit eine Verbuchung in dieser Währung deutlich näher an der Quelle der Risiken liege. Zugleich ändert sich mit dem Währungswechsel die Sensitivität des Nettozinsertrags gegenüber den Referenzwährungen. Der letzte ausgewiesene Nettozinsertrag für 2018 belief sich auf rund 7 Mrd. Fr. Während die CS im ersten Quartal 2019 eine Änderung von 100 Mio. Fr. für 2020 berechnet hat, erwartet sie nun zusätzlich einen Anstieg von 250 Mio. $. Das erhöht gemäss Angaben der Bank die RoTE um rund 50 Basispunkte.

Gleichzeitig wurde an der Generalversammlung 2019 entschieden, dass die Ansprüche der Geschäftsleitung an kurzfristige variable Vergütungen von 25,5 Mio. um 20% auf 30,6 Mio. Fr. erhöht werden. Somit ergibt sich zusätzlich ein grösserer Spielraum, der dann durch die höhere RoTE ausgeschöpft werden kann.

Die kurzfristigen variablen Vergütungen sind abhängig von finanziellen und nicht finanziellen Kriterien. Mit einem Gewicht von zwei Drittel sind die finanziellen Kriterien nicht unerheblich. Diese sind je hälftig und positiv von zwei Faktoren abhängig: vom bereinigten Vorsteuergewinn und von der ausgewiesenen RoTE der Gruppe für das Leistungsjahr 2019. Die langfristige variable Entlöhnung ist bereits an den 3-Jahre-Durchschnitt der RoTE gekoppelt.

Ob und wie stark die Löhne steigen, wird sich weisen. Eine Zunahme wäre nicht nur leistungsbedingt, sondern aufgrund einer währungsbedingten Anpassung zu erklären. «Eine solche Veränderung müsste vom Vergütungsausschuss korrigiert werden», sagt Vincent Kaufmann vom Stimmrechtsberater Ethos.

Die komplette Historie zu Credit Suisse finden Sie hier. »

Leser-Kommentare

Peter & Christin Silberschmidt 07.10.2019 - 17:07

Mehr Lohn für CS-Management ist sicher richtig, damit die Verluste der CS-Aktien gedeckt werden können und eventuelle Bussen. Das ist unsere Bankenwelt🥴!

RUDOLF HADORN 08.10.2019 - 22:40

Hier ist die Nachricht, welche Bankkunden und Aktionäre zu Ihrem “Glück” gerade noch gefehlt hat. Tumult Wochen bei der CS mit täglichem Kindergarten, Gebührenerhöhung wo es nur geht und nun noch eine Ritt auf dem Bonuskarussell.