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Credit Suisse platziert Anleihe mit Zins von knapp 10%

Der hohe Zins ist auf schwierige Marktbedingungen zum Zeitpunkt der Transaktion zurückzuführen.

 Die krisengeplagte Credit Suisse CSGN.S hat einem Insider zufolge eine Anleihe im Volumen von 1,65 Mrd. $ bei Anlegern platziert. Die Schweizer Grossbank verzinse die Kapitalinstrumente (Additional Tier 1, AT1) mit jährlich 9,75%, wie die mit der Situation vertraute Person am Freitag weiter erklärte. Der vergleichsweise hohe Zins hänge vor allem mit den schwierigen Marktbedingungen zum Zeitpunkt der Transaktion am Donnerstag zusammen, als die Zinserhöhungen von mehreren Notenbanken an den Finanzmärkten Turbulenzen ausgelöst hatten. Dazu kämen die negativen Schlagzeilen, die das Institut seit März 2021 gemacht hatte.

Mit den neuen AT1-Papieren ersetzt Credit Suisse eine vergleichbare Anleihe im Volumen von 1,5 Mrd. $, die die Bank 2017 ausgab und einen Coupon von 7,125% besitzt. Diese sollen trotz einer unendlichen Laufzeit zum ersten möglichen Kündigungstermin, dem 29. Juli 2022, zurückbezahlt werden. Simon Adamson, Chef der Analysefirma CreditSights, erklärte, bei sämtlichen 23 AT1-Instrumenten von europäischen Banken mit einem ersten Rückzahlungsdatum in 2022 sei die entsprechende Option ausgeübt worden.

Die Deutsche Bank (DBK 8.92 +4.78%) hatte im März 2020 dagegen auf die frühzeitige Rückzahlung einer speziellen Anleihe verzichtet. Dies verunsicherte die Anleger ebenso wie eine ähnliche Entscheidung des spanischen Geldhauses SantanderSAN.MC 2019. Dem wollte Credit Suisse offenbar entgegenwirken. Dem Insider zufolge hätte der Markt bei einem Aufschub der Rückzahlung möglicherweise spekuliert, dass das Zürcher Institut nicht in der Lage sei, das Geld zurückzuzahlen, oder dass Regulatoren einen solchen Schritt untersagt hätten. Mit der Rückzahlung sende die Bank nun ein positives Signal und mache deutlich, dass eine Kapitalerhöhung nicht notwendig sei. An der Schweizer Börse schlossen Credit Suisse am Freitag 2% höher, während der Rivale UBS (UBSG 16.00 +6.03%)UBSG.S Boden verlor. Dillon Lancaster, Fondsmanager bei TwentyFour Asset Management, erklärte, es sei eine gute Entscheidung gewesen, die neuen Anleihen zu platzieren.

Mit AT1-Papieren haften die Gläubiger für die Verluste einer Bank mit. Die Titel wurden nach der Finanzkrise entwickelt, um sicherzustellen, dass Investoren und nicht der Steuerzahler bei einer Schieflage der Bank gerade stehen muss.

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