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Credit Suisse streicht Boni für Geschäftsleitung

Die Hedge-Funds-Debakel haben Folgen für die CS-Spitze. Auch VRP Rohner verzichtet auf einen Teil seiner Vergütung. An der GV soll es nicht um die Entlastung des VR gehen.

(AWP) Nach den Debakeln um den Hedgefund Archegos und die Greensill-Fonds streicht die Credit Suisse (CSGN 9.83 +0.35%) die Boni für die Geschäftsleitung für 2020. Zudem wird die CS-Generalversammlung von Ende April nicht um eine Entlastung des Verwaltungsrats ersucht.

Sowohl die kurzfristigen wie auch die langfristig ausgerichteten Boni der Geschäftsleitung sollen im laufenden Jahr ausfallen, teilte die Grossbank am Dienstag mit. Entsprechend werde es auch keine Abstimmung an der Generalversammlung zu dem Thema geben.

Rohner verzichtet teilweise

Auch Verwaltungsratspräsident Urs Rohner verzichtet auf einen Teil seines Gehalts. Er werde die Präsidenten-Entschädigung für die Periode von 2020 bis 2021 über 1,5 Mio. Fr. nicht wahrnehmen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Aktionäre müssen ihrerseits auf einen Teil der Dividende verzichten. Der Verwaltungsrat schlägt nun nur noch die Ausschüttung einer Dividende von 0,10 Fr. vor. Ursprünglich hätten es 0,2917 Fr. pro Aktie sein sollen.

Untersuchung eingeleitet

Der Verwaltungsrat habe bereits Anfang März eine Untersuchung der Vorkommnisse um die mit Greensill Capital erstellten «Lieferketten-Fonds» eingeleitet. Das Mandat sei nun in der Zwischenzeit um das Hedgefund-Thema – also Archegos – erweitert worden, heisst es weiter.

Zudem hat der VR zwei Untersuchungen eingeleitet, die von externen Parteien zu den Greensill-Fonds sowie zum US-Hedgefund durchgeführt werden. Diese Untersuchungen würden von einem Spezialkomitee des VR überwacht. Sie beträfen nicht nur die Angelegenheiten selbst, sondern auch breitere Konsequenzen und die daraus zu ziehenden Lehren.