Unternehmen / Finanz

Credit Suisse zieht neue Chefs aus dem Hut

Nach Finanzskandalen baut die Bank die Konzernleitung um. Dabei wird es wohl aber nicht bleiben.

Der Verwaltungsrat (VR) von Credit Suisse musste handeln. Das Debakel um den US-Hedge-Fund Archegos reisst ein Loch von 4,4 Mrd. Fr. in die Bank und kostet den Aktionär zwei Drittel der Dividende für 2020. Mitglieder der Konzernleitung (KL) müssen die Bank verlassen, Boni sind gestrichen. Doch CS muss nun auch grundsätzlich ihre Strategie überarbeiten.

Risikochefin Lara Warner hat die Bank schon am Dienstag verlassen. Die 54-Jährige stand bereits aufgrund des Debakels um die Greensill-Fonds in der Kritik. Zum Verlust aus diesem Fall will sich CS in den kommenden Tagen äussern. Gemäss Medienberichten rechnet sie hier mit einem Minus von mindestens 1,5 Mrd. $. Die US-Bürgerin Warner, die seit 2002 für CS tätig war, wurde erst 2019 von Ex-CEO Tidjane Thiam zur Risikochefin ernannt.

Gottsteins Zirkel

Für Warner übernimmt interimistisch Joachim Oechslin. Der 51-jährige Schweizer hatte den Posten vor zwei Jahren an Warner verloren und wurde später Stabschef und Berater von CEO Thomas Gottstein. Im August vergangenen Jahres bekam Warner von Gottstein nach einem Umbau der Bank auch noch die Abteilung Compliance zugeschlagen, die oberste Regelaufsicht. Diese erhält nun wieder ihre Eigenständigkeit unter der interimistischen Leitung von Thomas Grotzer. Der Schweizer ist seit 2016 Rechtschef der Schweizer Einheit von CS, des ehemaligen Reichs Gottsteins, bevor dieser globaler CEO wurde. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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