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CS kürzt Thiam den Lohn

Die Beschattungsaffäre führt für den ehemaligen CEO zu einer Lohneinbusse. VRP Rohner verdient gleich viel wie im Vorjahr. Für ihn läuft die Nachfolgersuche.

(AWP) Der frühere Chef der Credit Suisse (Credit Suisse 8.322 3.35%), Tidjane Thiam, hat in seinem letzten Jahr bei der Grossbank 10,7 Mio. Fr. erhalten. Das waren allerdings weniger als im Vorjahr, was auch mit der Beschattungsaffäre zusammenhängt, die am Schluss zu seinem Abgang führte.

2018 war Thiam noch auf eine Gesamtentschädigung von 12,7 Mio. Fr. gekommen. In diesem Jahr seien es damit 15% weniger, schrieb die Grossbank im am Mittwoch veröffentlichten Vergütungsbericht. Von den 10,7 Mio. Fr. macht die fixe Vergütung 3,5 Mio. Fr. aus. 7,2 Mio. Fr. sind variable Bestandteilte.

Der Rückgang sei unter anderem auf eine tiefere «nicht-finanzielle» Bewertung – wie die Grossbank es nennt – zurückzuführen, hiess es. Diese sei wegen der «Observierungsereignisse» auf 50% reduziert worden im Vergleich zu 2018. Nichtsdestotrotz: Thiam sei für die Lohnberechnung als ein «guter Abgänger» (good leaver) behandelt worden, nachdem er die Gruppe erfolgreich restrukturiert und es keinen Beweis gegeben habe, dass er an der Beschattung direkt beteiligt war.

Rohner mit gleich viel Lohn

Mit seinem Lohn liegt Thiam hinter seinem Konkurrenten bei der UBS (UBSG 9.494 2.82%) zurück: Sergio Ermotti als CEO der grössten Schweizer Bank erhielt für das vergangene Jahr 12,5 Mio. Fr., wie bereits seit etwa einem Monat bekannt ist.

Die Gesamtentschädigung der CS-Geschäftsleitung, zu der Ende Jahr zwölf Mitglieder gehörten, belief sich auf 77,4 Mio. Fr. nach 93,5 Mio. Fr. im Vorjahr. Bei der UBS verdiente das Top-Management 2019 insgesamt 102,1 Mio. Fr.

Seit Mitte Februar ist der frühere Schweiz-Chef Thomas Gottstein Gruppenchef der CS.

Verwaltungsratspräsident Urs Rohner erhält für die Zeit von der GV 2019 bis zur GV 2020 eine Totalkompensation von 4,7 Mio. Fr. und damit gleich viel wie im Vorjahr. Der gesamte VR erhielt 11,3 Mio. Fr. nach 11,7 Mio. Fr. im Vorjahr.

Die Suche für einen neuen Präsidenten läuft auf Hochtouren. Das zuständige Komitee, das die Nachfolgeplanung für Urs Rohners Amt leitet, sei bereits weit fortgeschritten und komme planmässig voran, teilte die Credit Suisse am Mittwoch mit.

Nach elf Jahren im Verwaltungsrat und in Einklang mit der Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren habe Rohner dem Verwaltungsrat vor längerer Zeit bestätigt, dass er an der nächsten Generalversammlung im Jahr 2021 nicht zur Wiederwahl antreten werde. An der kommenden GV Ende April will sich Rohner daher zum letzten Mal für eine Amtsdauer von einem Jahr wählen lassen.

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