Unternehmen / Finanz

CS schreibt Quartalsverlust

Ein operativ gutes Quartal wird durch eine Belastung von 4,4 Mrd. Fr. wegen der Pleite des US-Hedge-Fund vermiest. Zwei Mitglieder der Geschäftsleitung treten ab.

(AWP) Der Credit Suisse (CSGN 9.81 -0.16%) kommen die Affären der letzten Wochen teuer zu stehen. Die Grossbank stellt für das erste Quartal einen Vorsteuerverlust in der Höhe von 900 Mio. Fr. in Aussicht. Darin enthalten sei eine Belastung in Höhe von 4,4 Mrd. Fr. im Zusammenhang mit dem zusammengebrochenen US-Hedgefonds Archegos.

Der erwartete Vorsteuerverlust schliesse eine Belastung von 4,4 Mrd. aus der Pleite eines US-Hedgefunds ein, wie die Bank am Dienstag mitteilt. Im ersten Semester 2020 hatte die CS noch einen Vorsteuergewinn von 1,2 Mrd. erzielt, für das ganze Jahr 2020 lag das Plus vor Steuern bei 3,5 Mrd. Fr.

«Der erhebliche Verlust in unserem Prime-Services-Geschäft in Zusammenhang mit dem kollabierten US-Hedge-Fonds ist inakzeptabel», lässt sich CS-Konzernchef Thomas Gottstein in einer Mitteilung der Bank am Dienstag zitieren. Zusammen mit der Anfang März angekündigten Auflösung der sogenannten «Lieferketten-Finanzierungsfonds» habe dies die «Stakeholder erheblich verunsichert», so Gottstein weiter. Er verspricht, dass beide Angelegenheiten eingehend untersucht würden und die Bank ihre Lehren ziehen werde.

Operatives Geschäft läuft gut

Der Riesenverlust dürfte die Verantwortlichen umso stärker ärgern, lief doch das operative Geschäft im ersten Quartal wie bereits früher angekündigt sehr gut. Alle drei Vermögensverwaltungseinheiten hätten höhere Gewinne als im Vorjahr erwirtschaftet. Zudem seien Netto-Neugelder zugeflossen, teilte die CS weiter mit.

Der erwartete Verlust lässt die Kapitalquoten der Bank absinken. So dürfte die harte CET1-Kernkapitalquote nach Basel III zum Quartalsende noch mindestens 12% betragen nach 12,9% per Ende 2020. Die CET1-Leverage-Ratio nach Basel III dürfte bei mindestens 3,7% liegen nach 4,4% vor drei Monaten. Die Liquiditätsposition bezeichnet die Bank als «nach wie vor solide» mit qualitativ hochwertigen liquiden Vermögenswerten von voraussichtlich mehr als 200 Mrd. $ zum Quartalsende.

Keine Aktienrückkäufe mehr und personelle Konsequenzen

Als Konsequenz aus dem Verlust hat das Management das laufende Aktienrückkaufprogramm nach Ende des ersten Quartals suspendiert. Es werde nicht wieder aufgenommen, bis die Bank die eigenen Zielwerte bezüglich Kapitalquoten und Dividenden wieder erreicht habe.

Weitere Auswirkungen haben die Verluste auch im Top-Management der Bank: Risikochefin Lara Warner und Investment-Bank-Chef Brian Chin werden beide die CS verlassen.