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CS-Schweiz-Chef: Börsengang kein Thema mehr

Der Chef der Credit Suisse (Schweiz), Thomas Gottstein, spricht am FuW-Forum über IPO-Kandidaten und darüber, wie sich die CS 2018 geschlagen hat.

Ein Börsengang der Schweizer Einheit der Credit Suisse (CSGN 11.975 -0.66%) sei absolut kein Thema mehr. Das sagt Thomas Gottstein, Chef der Credit Suisse (Schweiz), am FuW-Forum «Vision Bank – Vision Finanzplatz». 2017 begrub die CS den Plan, das Schweizer Geschäft an die Börse zu bringen, und machte stattdessen eine Kapitalerhöhung. «Das bereuen wir nicht», sagt Gottstein am Dienstag im Interview mit FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

Gottsteins Geschäftsbereich, die sogenannte Swiss Universal Bank, war auch in den schwierigen Jahren nach der Finanzkrise die Stütze des Geschäfts der Grossbank. Für 2018 prognostiziert Gottstein nun einen Vorsteuergewinn von 2,2 Mrd. Fr. in seinem Bereich. Zum ersten Mal seit drei Jahren wird die CS als Gruppe voraussichtlich wieder einen Gewinn ausweisen.

Wie die CS halten sich auch andere Unternehmen in diesem Jahr mit dem Börsengang zurück. 2018 war allerdings auch ein hervorragendes Jahr was IPO (Initial Public Offering) anbelangte. In diesem Jahr wagen sich einige wenige Unternehmen an die Börse. Zwei IPO sind momentan in Vorbereitung, an denen laut Gottstein auch die Credit Suisse (Schweiz) beteiligt ist. Eines der Unternehmen ist im Eisenbahnsektor, das andere in der Medizinaltechnik tätig.

Das Investment Banking, das Urgeschäft der Credit Suisse, darf nicht mehr isoliert vom Private Banking gedacht werden, sagt Gottstein. Hier habe man für die Schweiz von Asien gelernt, wo Unternehmer von ihrer Bank persönliche Vermögensbetreuung und Kapitalversorgung für die eigene Firma verlangen. Dieses Denken habe er auch im Schweizer Geschäft eingeführt, so Gottstein.

Je nach Tiefe der Geschäftsbeziehung kann man auch bei der Preisgestaltung für Grosskunden flexibel sein und beispielsweise keine Negativzinsen verlangen, so Gottstein. Schliesslich herrsche bei der Vielzahl Banken im Land immer noch ein harter Wettbewerb. Nun soll auch noch die PostFinance ins Hypothekargeschäft einsteigen. Darum sei die Credit Suisse auch vorsichtiger bei der Finanzierung von Renditeliegenschaften geworden. Die Leerstände haben in diesem Segment bereits zugenommen.

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