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Unternehmen / Schweiz

CS siebt externe Vermögensverwalter aus

Die Bank verzeichnet beschleunigte Geldabflüsse in der Schweizer Einheit, weil sie die Verbindungen zu unabhängigen Vermögensverwaltern kappt.

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse (CSGN 14.24 -1.79%) verliert Kundengelder im Segment der externen Vermögensverwalter (EAM). Sie wird in diesem Segment im vierten Quartal Geldabflüsse ausweisen müssen, wie «Finanz und Wirtschaft» erfahren hat. Diese Abflüsse werden das Ergebnis der Schweizer Einheit, der Swiss Universal Bank (SUB), belasten, und das zum Zeitpunkt, da der Börsengang bevorsteht.

Die Abflüsse im EAM-Segment im vierten Quartal seien «substanziell», berichtet eine CS-interne Quelle. «Man wird es in den Zahlen sehen.» Damit steht das EAM-Geschäft, wo die CS für unabhängige Vermögensverwalter als Depotbank agiert, erneut im Fokus. Bereits im dritten Quartal musste die CS einräumen, dass das Resultat der SUB wegen Geldabflüssen von 500 Mio. Fr. im EAM-Geschäft beeinträchtigt wurde. Der Abfluss dürfte sich im vierten Quartal also noch beschleunigt haben. Die CS hat eine Stellungnahme abgelehnt.

Auflösung von Konten

Das Segment EAM ist nicht unbedeutend. Mit 52 Mrd. Fr. Kundenvermögen per Ende September machte es gut ein Zehntel der Kundenvermögen der Schweizer Einheit aus, die 529 Mrd. Fr. verwaltet. Bislang war das Segment dem Private Banking unterstellt, das 2016 gemessen am Nettoneugeldzufluss niedrige Wachstumsraten auswies. In der ab 2017 neu organisierten Credit Suisse (Schweiz) AG wird das EAM-Geschäft neu dem Bereich institutionelle Kunden zugerechnet.

Wie eine zweite CS-Quelle sagt, könnte es mit den Geldabflüssen in der ersten Hälfte des laufenden Jahres weitergehen. Hintergrund ist eine rigorose Überprüfung der Beziehungen der Bank zu unabhängigen Vermögensverwaltern, die offenbar schon seit längerem andauert und gegenwärtig verstärkt zur Auflösung von Konten führt.

Mittlerweile betreut die CS Schweiz noch rund 800 externe Vermögensverwalter. Die Zahl hat sich damit innerhalb zweier Jahre halbiert. Die Überprüfung der EAM-Kunden geht auf gestiegene Rechtsrisiken im Vermögensverwaltungsgeschäft zurück. Neu stehen für die Grossbank offenbar Risiko und Rendite im Vordergrund und nicht mehr nur Volumen.

Neue Regeln

Bei den Risiken geht es nicht mehr nur um die Steuerehrlichkeit, sondern auch vermehrt um die Überprüfung der Herkunft der Gelder bei der Kontoeröffnung und im laufenden Geschäft. Die Sorgfaltspflichten der Bank sind auch im Geschäft mit Kunden von EAM gestiegen.

Zudem verpflichten neue Regulierungen – Stichwort Finanzdienstleistungsgesetz (Fidleg) in der Schweiz und Mifid in Europa – Vermögensverwalter, ihre Arbeit genauer zu dokumentieren. Die Folgen sind für unabhängige Vermögensverwalter höhere Kosten und ein steigender Druck zur Institutionalisierung. Kleine Portfolios mit Kunden aus verschiedenen Ländern lohnen sich nicht mehr.