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Unternehmen / Finanz

Dämpfer für die Versicherer

Rückversicherer können im Neugeschäft die Tarife weniger als erhofft erhöhen. Wieso die Analysten die Gewinnschätzung 2018 für Swiss Re dennoch stabil halten.
Thomas Hengartner

Die Tarife für Gebäude- und Sachversicherungen sind auf Jahresbeginn gestiegen. Mit höheren Preisen versucht die Branche Verluste wettzumachen, die 2017 auf Katastrophenversicherungen entstanden. Doch das Ausmass der Preissteigerung ist begrenzt.

Im Süden der USA, wo im zurückliegenden Jahr mehrere Wirbelstürme schwere Schäden anrichteten, sind neue einjährige Schadenversicherungskontrakte gemäss dem Versicherungsbroker Willis Re zu 5 bis 10% höheren Tarifen abgeschlossen worden.

Nur in den Schadenregionen deutlich mehr

Der Broker JLT berichtet gemäss der Branchenpublikation «Business Insurance» gar von Preissteigerungen von 10 bis 20% für Kontrakte in Gegenden, die zuletzt besonders schwer betroffen waren. In anderen Regionen der USA und der Karibik verzeichnete JLT jedoch geringere Tarifanpassungen. In Europa und Asien seien mehr oder weniger unveränderte Preise zu beobachten.

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Die Tarife für Gebäude- und Sachversicherungen sind auf Jahresbeginn gestiegen. Mit höheren Preisen versucht die Branche Verluste wettzumachen, die 2017 auf Katastrophenversicherungen entstanden. Doch das Ausmass der Preissteigerung ist begrenzt.

Im Süden der USA, wo im zurückliegenden Jahr mehrere Wirbelstürme schwere Schäden anrichteten, sind neue einjährige Schadenversicherungskontrakte gemäss dem Versicherungsbroker Willis Re zu 5 bis 10% höheren Tarifen abgeschlossen worden.

Nur in den Schadenregionen deutlich mehr

Der Broker JLT berichtet gemäss der Branchenpublikation «Business Insurance» gar von Preissteigerungen von 10 bis 20% für Kontrakte in Gegenden, die zuletzt besonders schwer betroffen waren. In anderen Regionen der USA und der Karibik verzeichnete JLT jedoch geringere Tarifanpassungen. In Europa und Asien seien mehr oder weniger unveränderte Preise zu beobachten.

Die Einnahmen der Schadenversicherer und Rückversicherer könnten folglich dieses Jahr weniger zunehmen, als viele Analysten und Investoren erhoffen.

Swiss Re informiert am 23. Februar

Der Rückversicherer Swiss Re gab im Vorfeld der jährlichen Kontrakterneuerungen selbst eine zurückhaltende Prognose ab. Signifikante Preiserhöhungen lägen nur in den Schadensregionen der USA und der Karibik drin, sagte Chefökonom Kurt Karl im November an einer Medienorientierung.

Der Schweizer Konzern wird am 23. Februar zusammen mit dem Jahresergebnis Angaben zu den Preisen machen, die bei Vertragserneuerungen erreicht wurden. Der Wettbewerber Münchener Rück verspricht, am 6. Februar zu informieren.

Die Finanzanalysten gehen für Swiss Re davon aus, dass lediglich etwa 1 Fr. Gewinn je Aktie für 2017 herausschaut – ein Zehntel des Vorjahresbetrags. Die Dividendenschätzung steht weiterhin auf 4.85 Fr., was der Ausschüttung für 2016 entspräche. Dank reichlichem Eigenkapital gilt ein Halten der Dividende als finanziell tragbar.

Kalkül für Gewinnprognose 2018 

Für 2018 stehen die vom Nachrichtendienst Bloomberg gesammelten Gewinnprognosen der Analysten auf 8.80 Fr. je Aktie. Dieser Schätzwert hat sich in den vergangenen drei Monaten, seit die Schwere der Schäden der Hurrikane in Nordatlantik bekannt ist, kaum verändert.

Darin spiegelt sich die Erwartung höherer Tarife, aber auch das Kalkül, im laufenden Jahr würden weniger Naturschäden als 2017 zu zahlen sein. Im abgeschlossenen Jahr kosteten Wirbelstürme, Waldbrände und Erdbeben die Versicherungswirtschaft weltweit 136 Mrd. $. Das ist gemäss Swiss Re die drittgrösste globale Jahreszahlung der Assekuranzbranche.