Die Parlamente Spaniens, Schwedens und Finnlands sind arithmetisch beinahe nach Geschlechterparität besetzt. Auf dieses europäische (EU plus Efta) Spitzentrio folgen, mit immerhin über 40% Frauenanteil, Belgien, die Schweiz –  42% bezogen auf den Nationalrat – und Norwegen. Unter dem Durchschnitt von 29,3%, der hier nur für die EU-28 berechnet ist, liegen auffallend viele östlicher gelegene Staaten. Schlusslicht ist allerdings das Mittelmeerland Malta, und in Liechtenstein (12%) gibt’s auch noch Potenzial. Deutschland, das mitunter internationale Vorbildfunktionen sucht, schneidet nur knapp überdurchschnittlich ab. Die Eidgenossinnen sind nunmehr also zumindest in der Grossen Kammer sehr ordentlich repräsentiert; in den Wahlen 2015 erreichten sie noch 32%. Vielleicht werden sie in vier oder acht Jahren die Mehrheit der 200 Sitze belegen. Übrigens haben sich in den jüngsten hiesigen Wahlen die Befürchtungen über eine Marginalisierung der Frauen im Ständerat nicht materialisiert; sie haben zwölf der 46 Sitze geholt, nach sieben 2015. Der Start zum Aufstieg der Frauen in der Schweizer Politik erfolgte genierlich spät. Erst im Februar 1971 stimmten die Männer der Einführung des Frauenstimmrechts auf Bundesebene zu. Im November darauf wurden zehn Nationalrätinnen – Anteil 5% – und eine Ständerätin gewählt; schon bald rückte eine elfte Frau vom ersten Ersatzplatz in den Nationalrat nach.