Märkte / Makro

Dämpfer für die Weltkonjunktur

Der ISM-PMI fällt im September, aber bestätigt den Wachstumskurs der US-Wirtschaft. In Europa und den Schwellenländern harzt es gewaltig.

Der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe des Institute for Supply Management (ISM) ist im September von 59 auf 56,6 gefallen. Der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Manager’s Index, PMI) der Industrie misst die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe über Umfragen. Indexwerte über 50 signalisieren eine zum Vormonat wachsende Industrieproduktion, Werte darunter eine Kontraktion. Der Index ist einer der wichtigsten Konjunkturfrühindikatoren.

Die von Bloomberg befragten Ökonomen hatten mit einem weniger starken Rückgang auf 58,5 gerechnet. Mit einem Indexstand von 56,6 bestätigt der PMI jedoch grundsätzlich den Wachstumskurs der US-Wirtschaft. Ausserhalb der USA allerdings sind Wachstumsimpulse Mangelware. In der Schweiz fiel der PMI um 2,5 auf 50,4 Punkte.

In der Eurozone deutet nach dem Nullwachstum im zweiten Quartal nichts auf eine Belebung der Wirtschaft im dritten Quartal hin. Der Industrie-PMI der Währungsunion fiel im September von 50,7 auf 50,3 und notiert damit auf dem niedrigsten Stand seit vierzehn Monaten. Zum ersten Mal seit Juni 2013 vermeldeten die Unternehmen in der Währungsunion in der Summe einen rückläufigen Auftragseingang.

Sorgenkinder Deutschland und Österreich

Besorgniserregend ist vor allem die Schwäche der deutschen und der österreichischen Industrie. Der deutsche PMI sackte unter die kritische Marke von 50 ab. Der Septemberwert von 49,9 signalisiert, dass die deutschen Unternehmen aus dem Sekundärsektor per saldo die Produktion zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr leicht gedrosselt haben. Der österreichische Index fiel auf 47,9 und bildet nun das Schlusslicht in der Eurozone.

An der Spitze steht nach wie vor Irland mit einem Industrie-PMI von 55,7, vor Spanien mit 52,6 und den Niederlanden mit 52,2. Für Spanien bedeutet das den zehnten Monat mit wachsendem Industrie-Output.

In Italien ist das Konjunkturbarometer wieder in die Wachstumszone (50,7) geklettert, und in Frankreich hat sich der Abwärtstrend mit einem Indexstand von 48,8 (46,9 im Vormonat) etwas verlangsamt. Nur von kurzer Dauer war die Erholung der griechischen Industrie. Nach mehreren Datenpunkten über 50 in diesem Jahr ist der PMI bereits wieder in die Kontraktionszone gefallen und liegt nun bei 48,8.

Verschlechterung in den Emerging Markets

Ähnlich schwach wie in der Eurozone präsentieren sich der Industriesektor und die Konjunktur in den Schwellenmärkten. In China steht der Industrie-PMI von HSBC (HSBA 592 -1.32%) mit 50,2 im September nur marginal über der Grenze zur Kontraktion. Der offizielle PMI aus Peking notierte im September unverändert auf 51,1 Zählern. Der südkoreanischen Industrie bläst ein steifer Wind entgegen. Die Bestellungen aus dem Ausland entwickelten sich im September rückläufig, sodass sich der PMI von 50,3 auf 48,8 verschlechterte.

In Brasilien ging der Industrie-PMI im September von 50,2 auf 49,3 zurück und liegt damit wieder in der Kontraktionszone. Auch in Russland ist die Erholung im verarbeitenden Gewerbe fragil: Der Einkaufsmanagerindex ist von 51 im August auf 50,4 zurückgefallen. In Indien liegt der PMI zwar noch in der Wachstumszone, er erlitt im September jedoch einen Rückschlag. Nach 52,4 im August notiert er nun auf 51 Zählern.

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