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Dank drei Würfen des Mario G. kommt Zurich Insurance voran

Der Chef des Versicherers verantwortet die Stossrichtung nun seit vier Quartalen. Die Kosten sinken, das Sortiment ist lukrativer und die Marge höher.

Der Versicherer Zurich Insurance (ZURN 296.2 -0.27%) liefert Beweise. Im zweiten Quartal resultierten 13% mehr Betriebsgewinn und 21% mehr Überschuss. Das hat Analysten und Investoren beeindruckt. Denn mit Argusaugen verfolgen sie, wie sich «Super-Mario» Greco an der Konzernspitze bewährt.

2016 ist der vor fünf Jahren zur italienischen Generali (G 15.61 0.71%) abgesprungene Manager von Zurich-Präsident Tom de Swaan zurückgeholt worden. Mit drei Würfen hat er seither den grössten Schweizer Versicherer vorangebracht.

Aufs Wesentliche fokussiert

Mario Greco folgte auf Martin Senn, der strukturelle Probleme mit der Positionierung und dem Ertrag zu zögerlich angepackt hatte und deshalb das Vertrauen des Verwaltungsrats verlor. Greco machte nach seinem Antritt im März 2016 in der Konzernleitung wenige Retouchen, dünnte jedoch die mittleren Managementstufen aus.

Bald kursierten Schlagzeilen über das Streichen und Verlagern von Arbeitsstellen. Nach draussen drang die Nachricht, am Zürcher Hauptsitz herrsche grosse Unruhe. Zudem trennte sich der Konzern nach kurzer Analyse von Tochtergesellschaften in einigen kleineren Ländern. Die organisatorische Gliederung wurde so verändert, dass das Gesamtsortiment aus einer Hand angeboten werden kann.

Greco spannte die Anleger zunächst auf die Folter, weil er sich für die Ausarbeitung neuer Ziele ganze sechs Monate Zeit ausbedungen hatte. Im November legte er dann seine Ambition vor. Im Fokus sind drei Stossrichtungen. Die Zürich soll:

• effizienter arbeiten,

• sich in der Schadenversicherung auf ergiebige Kundenbeziehungen konzentrieren,

• im Lebengeschäft Produkte ohne Zinsgarantien forcieren.

Als Folge werde der Konzern mehr verdienen und über die Zeit eine höhere Dividende zahlen können. Bereits sind Erfolge erkennbar. Zu guten Stücken aufgeholt ist zur Jahresmitte der Rückschlag im Startviertel. Damals verursachten Sonderrückstellungen, die der Branche von der britischen Aufsicht aufgezwungen wurden, einen Gewinnabrieb.

Für das Semester kam der Überschuss auf 1,5 Mrd. $ bzw. umgerechnet knapp 10 Fr. je Aktie zu liegen – noch 7% unter dem Vorjahresstand. Operativ kann die Zurich-Gruppe bereits in der ersten Jahreshälfte glänzen. Die Betriebskosten sind 550 Mio. $ leichter, womit der Konzern ein Drittel des bis 2019 ausgelegten Sparziels von 1,5 Mrd. $ geschafft hat.

In der Schadenversicherung ist dank geschickter Vertragskalkulation mehr geblieben. Die Marge stieg im zweiten Quartal auf 1,6%, nach einer negativen Wertung im Vorquartal wegen der erwähnten Sonderaufwendungen. Um den Einmaleffekt bereinigt liegt für das erste Semester eine Schadenversicherungsmarge von 2,2% vor, nach 1,9% im Vorjahreszeitraum.

Aktien haben noch Potenzial

Das ist ein Anfang, aber noch zu wenig. Vorteilhaft ist deshalb, dass sich im Segment Lebensversicherung der Verzicht auf zinsgarantierte Produkte immer deutlicher auszahlt. Auf dem angepassten Sortiment verbesserte sich der Wert neuer Verträge im Jahresvergleich 11%.

Greco verspricht für die zweite Jahreshälfte eine Ertragssteigerung, die die Sonderbelastung vergessen macht. Damit dürften sich Befürchtungen verflüchtigen, die Höhe der Dividende sei in Gefahr. Kapitalkräftig genug ist Zurich allemal.

Die Aktien sind gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis 2017 von 13 in historischer Perspektive und im Branchenvergleich teuer. Die Massnahmen des Managements lassen aber erwarten, dass der Überschuss 2018 etwa 10% üppiger ausfällt. So würde es nicht erstaunen, wenn die Aktie bis Jahresende besser als der Markt liefe.