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Das Beste der anderen

Ein internationales Konsortium aus Investigativjournalisten hat Hunderttausende an US-Regierungsdokumenten zur Finanzkriminalität ausgewertet. Gemäss den «FinCEN-Files» wurden Verdachtsmeldungen zur Geldwäsche erst durchschnittlich 166 Tage nach der Transaktion dem US-Finanzministerium gemeldet. Und trotz Verdachts haben Banken weiterhin Geschäfte mit den verdächtigen Kunden gemacht. Die «Süddeutsche Zeitung» – Teil des Konsortiums zusammen mit dem US-Onlinemedium Buzzfeed – schreibt: «Die Behörden sind überfordert und die Banken überraschend hilfreich, wenn es um undurchsichtige Geldtransfers geht.»

Mit der Einigung über die US-Aktivitäten der Video-App TikTok ist nur eine  Schlacht ausgetragen – der Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China geht weiter. Am Wochenende hat China die Regeln für eine «Liste von unzuverlässigen Organisationen» (Unreliable Entity List) vorgestellt – damit soll gegen Organisationen und Personen vorgegangen werden, die gegen chinesische Interessen handeln. Gemäss der chinesischen Staatszeitung «Global Times» gibt es schon Kandidaten für die Liste: den Paketzusteller FedEx, weil er den Versand von Huawei-Paketen in die USA umgeleitet hat, und die britische Bank HSBC, da sie bei der Verhaftung der Huawei-CFO Meng Wanzhou in Kanada geholfen haben soll.

Der Skandal um Wirecard weitet sich aus – und zwar auf die Aufsichtsbehörde. Mitarbeiter der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben selbst mit hoch riskanten Derivaten auf den Kurs von Wirecard gewettet. Ironischerweise ging die BaFin gleichzeitig strafrechtlich gegen Short Sellers und einen Journalisten der «Financial Times» wegen Kursmanipulation vor. Mit mindestens zwei der gehandelten Finanzinstrumente spekulierten BaFin-Mitarbieter auf fallende Wirecard-Kurse, berichtet der deutsche Nachrichtensender ntv.