Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier FuW-Eco-Portfolio
Unternehmen / Energie

Das Eco-Portfolio kommt an die Börse

Die FuW-Auswahl von Aktien, die ökologischen und ökonomischen Kriterien standhalten, entwickelt sich erfreulich. Jetzt gibt es ein Anlagezertifikat darauf.

Grün und profitabel. Das ist die Idee hinter dem FuW-Eco-Portfolio. Denn Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Widerspruch. Langfristig lohnt es sich auch finanziell, auf Unternehmen zu setzen, die die Themen Umweltverträglichkeit, soziales Verhalten und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung (ESG) ernst nehmen. Aus dieser Überzeugung heraus hat die «Finanz und Wirtschaft» im Mai dieses Jahres ein Papierportfolio mit ihren Eco-Favoriten zusammengestellt, die sowohl ökologischen als auch ökonomischen Kriterien standhalten. 

Das Eco-Portfolio trifft den Nerv der Zeit und ist auf grosses Interesse gestossen. Es schwimmt auf der ESG-Erfolgswelle, davon zeugt die gute Performance von 18,5% seit dem Start vor fünf Monaten. Das hat uns dazu bewogen, auch ohne langen Track-Rekord zusammen mit dem Derivatspezialisten Leonteq (LEON 34.30 +0.29%) ein Anlagezertifikat auf das Portfolio zu lancieren, so wie es bereits für das Risk- und das Value-Portfolio umgesetzt wurde. Interessierte Anleger erhalten so eine einfache Möglichkeit, am Verlauf des Eco-Portfolios zu partizipieren. 

Fokus auf Umweltaspekte

Im Eco-Portfolio fassen wir Nachhaltigkeit in einem engeren Sinn und legen am meisten Wert auf Treibhausgasemissionen und Klimaaspekte. Es qualifizieren sich also nur Aktien von Unternehmen, die den ökologischen Fussabdruck bereits glaubhaft verkleinert haben und realistische Ziele zur Senkung der Emissionen verfolgen. Die ausgewählten Titel müssen aber auch klassischen finanziellen Kriterien standhalten. Dazu gehören ein profitables Geschäftsmodell, eine geringe Verschuldung und eine vertretbare Bewertung. Die Titelauswahl basiert auf einem quantitativen Filter und einem qualitativen «Overlay». Dazu zapfen wir das Wissen der Redaktion an, das sich im Austausch mit den Unternehmen und ESG-Experten ansammelt. So entsteht ein Portfolio, das sich von passiven Produkten abhebt, aber nicht so teuer ist wie viele aktiv verwaltete ESG-Fonds. Hier finden Sie mehr zur Methodik.

An den Start ging das Portfolio am 2. Juni mit einer mehr oder weniger gleichgewichteten Auswahl von zwanzig Aktien, breit gestreut über die Sektoren und Weltregionen. Aktuell befinden sich 21 Titel im Korb. Die Schweiz ist mit einem Anteil von 22% gut vertreten. In der ersten Auswertung Ende August trennten wir uns wegen erneuter Probleme mit dem Regulator vom britischen Immobilienentwickler Taylor Wimpey (TW. 157.55 -0.38%) und nahmen einen Teil der Gewinne in First Solar (FSLR 94.70 +2.43%) und West Fraser Timber mit. Das kanadische Forstunternehmen hatte von der Explosion der Bauholzpreise profitiert, die fundamental immer weniger gerechtfertigt war. 

Mit dem Erlös wurde je eine halbe Position im Stromgerätehersteller Schneider Electric und im Kabelspezialisten Prysmian (PRY 21.49 -1.92%) aufgebaut, was sich ausbezahlt hat. Zudem stockten wir Cisco auf und legten uns angesichts der hohen Bewertungen ein grösseres Cash-Polster an. So behalten wir auch etwas Pulver trocken.

Flott gestartet

Seit Lancierung hat sich das Portfeuille inklusive Dividenden 18,5% aufgewertet, deutlich mehr als der Swiss Market Index oder der Euro Stoxx 600 (SXXP 393.23 +0.41%), und sogar ein wenig mehr als der erfolgsverwöhnte US-Aktienindex S&P 500 (S&P 500 3'636.50 +0.21%). Das Wechselkursrisiko ist nicht abgesichert – seit Juni hat der schwächere Dollar die Gesamtrendite in Franken leicht reduziert.  

Die nächste Überarbeitung findet Ende Monat statt. Auf einigen Positionen sind die Bewertungen schon sehr strapaziert, was Verkäufe rechtfertigen könnte. Auch eine Trennung im Telecom-Sektor steht zur Debatte, da er mit dem Telco-Zulieferer Prysmian etwas übervertreten ist. Mittel für neue Titel aus der gut gefüllten Kandidaten-Pipeline sollten so genügend vorhanden sein.

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