Märkte / Makro

Das Fed zündet die nächste Stufe

Kommende Woche dürfte die US-Zentralbank die Geldpolitik noch stärker straffen. Gerade der Bilanzabbau könnte für Anleger Überraschungen bereithalten.

Steht die Rezession in den USA kurz bevor? Im ersten Quartal ist die amerikanische Wirtschaft gemäss Handelsdepartement überraschend um 1,4% geschrumpft. Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 1% gerechnet. Korrigiert sich hier eine heisslaufende Konjunktur vorzeitig von selbst? Kommt die US-Inflation auf Vierzigjahreshoch praktisch von allein zurück, und kann die Notenbank Fed nun ihre geplante forsche Straffung der Geldpolitik schubladisieren? So einfach ist es leider nicht.

Die Zahlen für das erste Quartal werden vor allem nach unten gezogen durch hohe Importe, die in der Berechnung des Bruttoinlandprodukts (BIP) abgezogen werden. Die USA importieren seit Jahrzehnten mehr, als sie exportieren. Die immensen Warenmengen, die im ersten Quartal ins Land geflossen sind, sind nicht Ausdruck einer sich abschwächenden Konjunktur, sondern im Gegenteil einer starken Nachfrage der Konsumenten und hoher Investitionen der Unternehmen. Paul Ashworth, Chefökonom von Capital Economics, schätzt, dass die US-Wirtschaft im zweiten Quartal schon wieder mit 2% wachsen dürfte.

75 Basispunkte liegen drin

Das heisst, die aktuellen BIP-Zahlen werden das Fed nicht davon abhalten, an der Sitzung am kommenden Mittwoch den Leitzins wohl um einen ungewöhnlich grossen Schritt von 50 Basispunkten (Bp) anzuheben, ist Ashworth überzeugt. Das wollten Fed-Chef Jerome Powell und seine Kollegen eigentlich bereits an ihrer Sitzung im März tun, wie das Gesprächsprotokoll dazu gezeigt hat. Vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges und damit verbundener Unsicherheiten bewegten sie den Leitzins dann aber doch nur 25 Bp von der Nulllinie weg.

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