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Das Geschäft mit Rolex brummt

Der Uhrenhändler Watches of Switzerland wächst im ersten Halbjahr deutlich. Gefragt sind vor allem die ganz teuren Uhren.

Erstmals seit dem Börsengang im Juni dieses Jahres gibt Watches of Switzerland Einblick in das laufende Geschäft mit Schweizer Luxusuhren. Und das lässt sich sehen: Im ersten Halbjahr 2019/20 (per Ende April) steigerte der britische Uhren- und Schmuckhändler, der ausschliesslich in Grossbritannien und den USA tätig ist, den Umsatz 17% auf 429 Mio. £. Auf organischer Basis beträgt der Zuwachs 10%. Getrieben wurde das Geschäft hauptsächlich von hochpreisigen Uhren, deren Umsatz 22% zunahm. Der Gewinn auf Stufe Ebitda konnte um fast ein Viertel auf 41,2 Mio. £ gesteigert werden.

Watches of Switzerland ist hinter Bucherer aus der Schweiz weltweit der zweitgrösste Uhrenhändler. Sie profitiert weiterhin davon, dass das Geschäft mit Rolex-Uhren boomt. Der hiesige Luxusuhrenhersteller gilt im laufenden Jahr als die Marke, die das Wachstum der Schweizer Uhrenbranche entscheidend antreibt. Das kommt auch Watches of Switzerland zugute. Die Kette verkauft nach eigenen Angaben jede zweite Rolex, die in Grossbritannien über den Ladentisch geht.

Rolex dürfte auch dafür verantwortlich sein, dass Watches of Switzerland ihre Lager weiter aufgestockt hat. «Wir haben in die Aufstockung der Lager der meistverkauften Marken investiert, um unseren Absatz zu maximieren», lässt sich CEO Brian Duffy in der Medienmitteilung zitieren.

Der Ausblick auf die kommenden Monate fällt positiv aus. Watches of Switzerland, die im Gegensatz zur Uhrenindustrie nicht unter den Folgen der Unruhen in Hongkong leidet, sieht in ihren Kernmärkten Grossbritannien und USA weiterhin eine starke Nachfrage nach Luxusuhren. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass der Start ins zweite Halbjahr gut geglückt sei, so Duffy weiter.

Die in London kotierten Aktien von Watches of Switzerland reagieren positiv auf die Zahlen. Sie legten am Morgen in einem schwächer tendieren Markt gut 1% auf 3.28 £ zu. Die Titel waren beim Börsengang im Sommer zu je 3 £ angeboten worden. Als Reaktion auf die Zahlen hat Barclays (BARC 154.96 -6.63%) die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel von 3.25 auf 3.60 £ erhöht.