Märkte / Makro

Das grosse Dividendensterben

Ein Drittel weniger Gewinnausschüttungen – das nimmt der Futures-Markt für europäische Aktien an. Titel mit hoher Dividende sind am stärksten unter Druck.

Ende April kam der Paukenschlag. Der Ölgigant Shell werde die Dividende kürzen, erklärte CEO Ben van Beurden. Es ist für Shell-Aktionäre die erste Kürzung seit dem Zweiten Weltkrieg. Hätte das Unternehmen seine Dividende von 1.88 $ pro Jahr beibehalten, wäre die Dividendenrendite auf mehr als 12% geklettert. Die Kürzung ist erheblich: Die Ausschüttung für das erste Quartal wird um drei Viertel herabgesetzt.

«Es ist illusorisch anzunehmen, dass in Krisenzeiten hohe Dividenden sicher sind», sagt Georg Cejnek, Researchchef der österreichischen ZZ Vermögensverwaltung, gegenüber FuW. Während in nor­malen Zeiten Unternehmen mit der Ausschüttung ihre langfristigen Investoren zufriedenstellen würden, sei die Motivation in der Not anders: «Dann bekommt die Maximierung des Liquiditätspuffers Priorität.» In einem Forschungspapier kommen Cejnek und seine Mitautoren zum Schluss, dass «es so aussieht, als würden Firmen ihre Rolle als Vermittler von Liquidität für ihre Anleger gerade dann nicht erfüllen, wenn Barauszahlungen der höchste Wert beigemessen wird.»

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