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Unternehmen / Technologie

Das iPhone X trifft auf gemischte Reaktionen

Das neue Smartphone von Apple soll die Konkurrenz auf Distanz halten und hat einen stolzen Preis. An Wallstreet fällt die erste Reaktion verhalten aus.

Selten ist dem Verkaufsstart eines neuen Produkts an der Börse mehr entgegengefiebert worden als der Lancierung des neuen iPhone. Zehn Jahre ist es her, dass Apple das erste Modell auf den Markt gebracht hat. Umso grösser waren die Erwartungen an die neueste Version, die der IT-Riese aus dem Silicon Valley am Dienstag vorgestellt hat.

«Es ist unser grösster Sprung vorwärts seit dem ersten iPhone», sagte Konzernchef Tim Cook, als er das Gerät am futuristischen Hauptsitz in Cupertino der Öffentlichkeit präsentierte. Das iPhone X ist das erste grundlegende Neudesign seit 2014, wobei Cook das X als Ten, die englische Bezeichnung für die Ziffer 10, aussprach.

Das Modell kommt wie erwartet zu einem stolzen Preis. Die Version mit 64 Gigabyte Speicher ist in den USA ab 999 $ erhältlich. Die Ausführung mit 256 Gigabyte geht ab 1149 $ über den Ladentisch. Bestellungen sind in den USA, in der Schweiz und in rund vier Dutzend weiteren Ländern ab dem 27. Oktober möglich. Die Auslieferung beginnt am 3. November.

Einen Schritt hinter Samsung

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt der Bildschirm. Er ist mit einem diagonalen Durchmesser von 5,8 Inch (ca. 14,7 cm) etwas grösser als bei den iPhone-Plus-Modellen und deckt fast die gesamte Oberfläche des Telefons ab. Betrieben wird er mit der besonders leuchtstarken OLED-Technologie, die bereits von Konkurrent Samsung verwendet wird.

Anders als bisherige Versionen hat das iPhone X keinen Home Button, um es zu entsperren. Stattdessen wird eine 3-D-Technologie zur Gesichtserkennung verwendet, was bei der Präsentation allerdings erst beim zweiten Versuch funktionierte. Alternativ lässt sich das Gerät wie bisher auch mit einer Tastenkombination entschlüsseln.

Verbessert hat Apple die Kamera und den Energieverbrauch. Mit einem Spezialadapter kann die Batterie zudem innerhalb von dreissig Minuten auf 50% aufgeladen werden. Ebenso ist induktives Aufladen ohne Kabel möglich, was Geräte von Konkurrenten bereits können. Dazu kann das Gerät zum Beispiel auf eine Ladematte gelegt werden, die Apple nächstes Jahr auch selbst in den Verkauf bringen will.

Wallstreet reagiert kühl

Zusammen mit dem iPhone X hat der Konzern das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus vorgestellt. Es sind im Wesentlichen verbesserte Versionen der im Herbst  2016 lancierten Modelle. Sie gehen schon am 22. September in den Handel und sind in den USA ab 699 $ bzw. ab 799 $ erhältlich. Ferner bringt Apple eine Smartwatch auf den Markt, die sich selbständig mit dem Mobilfunknetz verbinden kann.

An Wallstreet fällt die Reaktion verhalten aus. Das iPhone macht rund zwei Drittel der Einnahmen von Apple aus, weshalb sich der Branchenleader immer wieder neu gegen Samsung und andere Konkurrenten behaupten muss. Im weitgehend gesättigten Markt für Smartphones ist der höhere Preis für das iPhone X dabei eine zentrale Strategie, um die Einnahmen zu steigern.

CEO Tim Cook hatte die Erwartungen an das neue Gerät im Vorfeld mit einer zuversichtlichen Umsatzprognose angeheizt. Das, nachdem zuvor Zweifel über den Zeitpunkt der Lancierung aufgekommen waren. Informationen zu den meisten neuen Funktionen waren zudem in den vergangenen Wochen durchgesickert.

Spätere Markteinführung als üblich

In Vorfreude auf das iPhone X sind die Aktien Apple seit Anfang Jahr fast 40% vorgeprescht. Am Dienstag tendierten sie zunächst fester und avancierten zu Beginn der Präsentation bis zu 1,5%. Als CEO Cook das Modell dann ankündigte, sackten die Titel jedoch ab. Sie notierten am frühen Nachmittag bis zu 1,7% im Minus, worauf sie schliesslich 0,4% tiefer auf 160.68 $ aus dem Handel gingen.

Mit Blick auf die Vergangenheit ist es nicht ungewöhnlich, dass die Aktien bei der Lancierung einer neuen Smartphone-Generation etwas nachgeben. Auffällig ist aber, dass Apple das iPhone X wesentlich später als sonst bei einer neuen Version auf den Markt bringt.

Wie es heisst, soll es wegen der neuen Bildschirmtechnologie in der Vorproduktion zu Verzögerungen gekommen sein. Das mag den späteren Verkaufsstart erklären. Entscheidend wird deshalb, in welcher Stückzahl Apple das iPhone X für den wichtigen Weihnachtsverkauf liefern kann.

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