Märkte / Makro

Das Klumpenrisiko im Portfolio der SNB

Die IT-Riesen Apple, Google, Amazon und Facebook dominieren das Geschehen an den amerikanischen Börsen. Warum dieser Trend zu einem Risiko für die Schweizerischen Nationalbank wird.

Christoph Gisiger, New York

1’399’713’599 – das ist die gigantische Zahl an Aktien, die sich per Ende des zweiten Quartals im US-Aktienportfolio der Schweizerischen Nationalbank angehäuft haben. Wie Unterlagen der Börsenaufsicht SEC ergeben, entsprechen die Beteiligungen an US-Unternehmen inzwischen einem Volumen von rund 84,3 Mrd. $. Das sind annähernd 4 Mrd. $ mehr als zu Ende des ersten Quartals.

Dass der Wert des Aktienportfolios weiter gestiegen ist, liegt an zwei Faktoren: Erstens hat die SNB in der abgelaufenen Berichtsperiode rund 16,4 Mio. Titel hinzugekauft. Zweitens haben sich die Börsen in den USA erneut freundlich entwickelt. Der Leitindex S&P 500 ist von Anfang April bis Ende Juni rund 2,6% gestiegen, womit die SNB von den Avancen am Gesamtmarkt profitiert haben dürfte.

IT-Konzerne dominieren

Besonders kräftige Kursgewinne verzeichnen die Aktien von Apple (+38,2% seit Anfang Jahr), Facebook (+48,8%), Amazon (+32%), Microsoft (+17,1%) und Google (+19,2%). Die fünf IT-Schwergewichte dominieren damit dieses Jahr das Geschehen am amerikanischen Aktienmarkt. Das spiegelt sich im Portfolio der SNB, in dem die fünf IT-Kolosse unter den sechs grössten Positionen rangieren. Mit fast 2,8 Mrd. $ ist Apple dabei das grösste Engagement.

Dass die SNB an den US-Börsen mitmischt, hat einen simplen Grund: Um den Franken zu schwächen, kauft sie Fremdwährungsanlagen. Seit der Aufgabe des Euromindestkurses im Januar 2015 interveniert sie zwar nur noch punktuell. Nichtsdestotrotz wächst der Bestand der Devisenanlagen in ihrer Bilanz jedoch weiter. Um diese Anlagen zu diversifizieren, investiert sie einen Teil davon weltweit in Aktien.

Mit ihrer Anlagestrategie trifft die SNB dabei zwar keine aktive Aktienauswahl (Stock Picking), sondern orientiert sich passiv an Referenzindizes. Das dürfte auch erklären, warum die Beteiligungen an Apple, Google, Microsoft, Amazon und Facebook zu den grössten Engagements im US-Aktienportfolio zählen, ist die Gewichtung dieser Titel in gängigen Börsenbarometern wie dem Leitindex S&P 500 doch deutlich gestiegen.

Strategie nicht ohne Gefahren

Dennoch ist diese Strategie nicht ohne Gefahren. Obschon die SNB insgesamt an mehr als 2500 Aktiengesellschaften in den USA beteiligt ist, machen die fünf Technologieriesen wertmässig mittlerweile gut 11% des US-Aktienportfolios aus. Als umso problematischer könnte sich dieses Klumpenrisiko erweisen, wenn die Stimmung an den Börsen dreht und die Kurse im IT-Sektor einbrechen.

Leser-Kommentare

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.
Roland Heinzer 11.08.2017 - 10:21
Kim erinnert an das Verhalten eines Kleinkindes, es provoziert und sucht Grenzen. Wenn man droht nützt es nichts, auch die Sanktionen werden nicht viel bewirken, ausser dass das gemeine Volk darbt. So kann die Misswirtschaft den Amerikanern angelastet werden und das Feindbild, das Kim’s Regime stützt, aufrecht erhalten werden. Am Schluss gibt es wieder Hilfslieferungen, sobald die Bilder von unterernährten… Weiterlesen »