Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier FuW-Eco-Portfolio
Unternehmen / Energie

Das neue Anlagezertifikat auf das FuW-Eco-Portfolio

«Finanz und Wirtschaft» lanciert in Zusammenarbeit mit Leonteq ein Anlageinstrument, das sich auf das jüngste FuW-Portfolio bezieht.

Das FuW-Eco-Portfolio aus internationalen Aktien wird von der FuW-Redaktion geführt und kann sich auch performancemässig sehen lassen. Jetzt können Anleger direkt in dieses Portfolio investieren; das neue Anlagezertifikat handelt seit Dienstag an der Börse SIX Swiss Exchange.

Das Ziel ist, das Eco-Portfolio den Interessenten mit einem einfachen, transparenten, günstigen und langfristig verfügbaren Anlageinstrument zugänglich zu machen. Das Portfolio wird wie bisher vierteljährlich veröffentlicht.

Klare Rollenteilung

Das Anlagezertifikat bildet das Eco-Portfolio direkt ab. Es ist das einfachste strukturierte Produkt – ohne Barriere, Coupon, Kapitalschutz oder Hebel. Klassifiziert ist es von der Swiss Structured Products Association (SSPA) als Partizipationsprodukt resp. Tracker-Zertifikat. Die Performance des Portfolios wird als Index kalkuliert – das spielt für den Anleger keine Rolle. Er trägt das Risiko, dass die Aktien fallen. Emittent ist Leonteq (LEON 34.30 +0.29%). Die Rollen sind klar zugewiesen: Die FuW-Redaktion wählt die Aktien aus, Leonteq ist Herausgeber des Zertifikats und übernimmt die technische Durchführung. Der Emittent stellt an der Börse fortwährend Geld- und Briefkurse und wickelt den Handel ab.

Gebühren und Dividenden

Das Zertifikat kostet den Anleger eine Verwaltungsgebühr von 0,85% pro Jahr. Wenn die FuW-Redaktion die Aktien im Eco-Portfolio umschichtet, entstehen für den Investor keine Kosten, sie sind in der pauschalen Verwaltungsgebühr eingerechnet. Für den Bargeldbestand im Portfolio wird kein Negativzins erhoben. Die Verwaltungsgebühr wird dem Zertifikat belastet, sie schmälert die Performance. Die Geld-Brief-Spanne im Börsenhandel ist 0,8%.

Das Anlagezertifikat enthält keine Vertriebsgebühr – sie wird bei vielen strukturierten Produkten für die Beratung und den Verkauf erhoben. Leonteq kann jedoch mit Vertriebspartnern vereinbaren, dass sie einen Ausgabeaufschlag (Agio) von bis zu 1% erheben dürfen, wenn sie das Anlagezertifikat eigenen Kunden verkaufen. Wer hingegen das Zertifikat über seine Hausbank oder seinen Online-Broker an der Börse kauft, zahlt keinen Ausgabeaufschlag und keine Vertriebsgebühr.

Die Dividenden der Aktien werden reinvestiert oder den Barmitteln zugeführt. Im Anlagezertifikat wird die Verrechnungssteuer (VST) von den Dividenden abgezogen. Ursache sind zwei Bundesgerichtsentscheide, wonach für Derivate die VST nicht erstattet wurde (bei Absicherungsgeschäften mit Aktien). Es ist ungewiss, ob die Eidgenössische Steuerverwaltung künftig die VST für Aktien in Tracker-Zertifikaten erstattet. Die von den Dividenden abgezogene VST beträgt für US-Aktien 30%, in den EU-Ländern im Durchschnitt 15% und für Schweizer Titel 35%.

Das Eco-Portfolio wird ohne Gebühren berechnet. Wegen der Verwaltungsgebühr und der Verrechnungssteuer auf den Dividenden wird das Anlagezertifikat dem Eco-Portfolio ein wenig hinterherhinken.

Aktien- und Bonitätsrisiko

Ausser dem Risiko von Kursverlusten im Portfolio tragen Anleger das Gegenparteirisiko: Zertifikate sind Schuldverschreibungen, der Anleger ist Gläubiger, der Emittent Schuldner. Das Eigenkapital von Leonteq muss gemäss den seit Januar geltenden regulatorischen Vorschriften für Wertpapierhäuser 20 Mio. Fr. betragen. Tatsächlich hat Leonteq per Ende Juni Eigenkapital von 659 Mio. Fr., was die Anforderungen um ein Vielfaches übertrifft.

Die Agentur Fitch erteilt Leonteq das Rating BBB–, das ist die unterste Bonitätsnote im Bereich Anlagequalität (Investment Grade), der Ausblick ist stabil. Leonteq betreibt als Wertpapierhaus kein Kreditgeschäft und ist punkto Rating nicht mit Banken zu vergleichen, sondern mit internationalen Wertpapierhäusern wie Jefferies oder Stifel Financials, die in einem ähnlichen Rating-Bereich liegen.

Seit der Gründung 2007 ist Leonteq auf strukturierte Produkte spezialisiert und hat sich als Start-up-Unternehmen in der Finanzkrise und der Eurokrise behauptet. 2012 folgte der Börsengang.

Um den Partner für die FuW-Anlagezertifikate auszuwählen, holte «Finanz und Wirtschaft» unter allen wichtigen Schweizer Emittenten Angebote ein. Dasjenige von Leonteq hat das Ziel eines einfachen, transparenten und günstigen Anlageinstruments am besten erfüllt.

Als Instrument hat FuW das Zertifikat gewählt, eine Alternative wäre ein Fonds gewesen. Das Zertifikat hat tiefere Kosten und kann auch mit kleinem verwalteten Anlagevermögen langfristig geführt werden. Fonds oder ETF mit geringen Assets werden vom Fondshaus oft geschlossen.

FuW-Leser können das Eco-Portfolio weiterhin als Entscheidungshilfe für den Kauf von Aktien heranziehen. Neu können sie mit einer einzigen Börsentransaktion das gesamte Portfolio in ihr Depot legen.

 

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