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Das sind die Finalisten der Swiss FinTech Awards

Die Start-ups DeepJudge, FQX, PriceHubble und Yokoy stehen in der letzten Runde.

Valentin Ade

Die sechste Auflage der Swiss FinTech Awards geht in die letzte Runde. Die Jury hat aus zehn Nominierten vier Finalisten ausgewählt. In der Kategorie Early Stage, für Fintech-Unternehmen, deren ­Produkte sich noch in der Entwicklung befinden, treten DeepJudge und FQX an. In der Kategorie Growth Stage, für Gesellschaften, die bereits auf Wachstumskurs am Markt agieren, starten PriceHubble und Yokoy.

Juristenteams in Banken und Unter­nehmen leiden unter langsamen, ineffizienten Prozessen und verbringen viel Zeit damit sich mühsam durch seitenlange Verträge und Schriftsätze zu ­wälzen. DeepJudge bietet hier Abhilfe. Mit dem Einsatz von künstlicher Intel­ligenz können Rechtsdokumente rasch und effizient bearbeitet werden, indem das Massgebliche schnell herausgefiltert werden kann.
Doch DeepJudge kann noch mehr: Die betreffenden Dokumente können mit externen Datenquellen verschränkt werden. Sie können so mit Gesetzes­büchern, Gerichtsurteilen, Handels­registern oder Enzyklopädien in Verbindung gebracht werden und es entsteht eine ganz neue Form des Kontextes. Das soll den Kunden einen Wettbewerbsvorteil bringen.

Das Start-up FQX ermöglicht, elektronische Zahlungszusagen, sogenannte ­eNotes, zu erstellen, zu versenden, zu prüfen und abzuwickeln. ENotes basieren auf den weltweit bewährten, papierbasierten «Schuldscheinen». Es sind ­unbedingte Versprechen, einer anderen Partei zu einem bestimmten zukünftigen Datum einen bestimmten Betrag zu ­zahlen. Die eNote basiert auf der Blockchain-Technologie und kann flexibel verkauft und an Dritte übertragen werden. Die FQX-Infrastruktur soll sich aufgrund der universellen Technologie in Finanzierungsplattformen von Banken und Fintechs integrieren lassen. So können deren Kunden am gesamten eNote-Lebenszyklus von der Ausstellung bis zur Abrechnung teilhaben.

Das Unternehmen will Transparenz in den globalen Immobilienmärkten schaffen. PriceHubble bietet seinen Kunden Objekteinsichten und Lösungen, die es ihnen ermöglichen, intelligentere Immobilienentscheidungen zu treffen. Die Technologie kann dabei nahtlos in die täglichen Geschäftsprozesse von ­Banken, Asset Managern, Entwicklern, Immobilienverwaltern und -maklern eingefügt werden. Zur Bewertung von Liegenschaften stellt PriceHubble die Analyse von grossen Datenmengen auch mithilfe von künstlicher Intelligenz zur Verfügung. PriceHubble ist bereits in neun Ländern aktiv (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Japan, Niederlande, Belgien, Tschechien und Slowakei) und beschäftigt weltweit über hundert Mitarbeitende. Als nächstes soll der Start in Grossbritannien und Spanien folgen.

Yokoy sieht sich als Komplettlösung für Unternehmensausgaben. So soll die ­rasche, automatisierte Verwaltung und Abwicklung von Spesen, Kreditkarten- und Lieferantenrechnungen ermöglicht werden. Durch künstliche Intelligenz stellt sich die Yokoy-Technologie auf die Klientel ein. Gerade die Spesenrechnung, für Mitarbeiter oft lästiger Aufwand, wird mit Yokoy auf Autopilot geschaltet. Nur noch Auffälligkeiten bedürfen einer ­manuellen Überprüfung. Yokoy bietet mittlerweile zudem eine eigene, kostenlose Kreditkarte. Alle Transaktionen werden so automatisch in das Yokoy-Spesentool eingespeist und mit Quittungen ­abgeglichen. Die Ausgaben können direkt kontrolliert und analysiert werden.

Die Finalisten werden am 6. Juli an der «Finanz und Wirtschaft»-Konferenz «FinTech 2021 – The Future of Embedded ­Finance» präsentieren. An der folgenden Awards Night werden die Gewinner der Kategorien gekürt. Zudem wird ein dritter Award an den Fintech Influencer of the Year vergeben.