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Das sind die Finalisten der Swiss FinTech Awards

Die Start-ups Aidonic, Legartis, Instimatch Global und Securosys stehen in der letzten Runde. Zwei von ihnen werden am 12. März ausgezeichnet.

Valentin Ade

Die fünfte Auflage der Swiss FinTech Awards geht in die letzte Runde. Die Jury hat aus zehn Nominierten vier Finalisten ausgewählt. In der ­Kategorie Early Stage, für Fintech-Unternehmen, deren Produkte sich noch in der Entwicklung befinden, treten Aidonic und Legartis an. In der Kategorie Growth Stage, für Gesellschaften, die bereits auf Wachstumskurs am Markt agieren, starten Instimatch Global und Securosys.

Die Finalisten werden sich am 12. März am Finanz und Wirtschaft Forum «Fintech 2020» im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon präsentieren. An der anschliessenden Awards Night werden die Gewinner der Kategorien gekürt (Programm und Tickets hier). Zudem wird wieder ein dritter Award an den Fintech Influencer of the Year vergeben, eine Person oder Organisation, die die Schweizer Fintech-Landschaft nachhaltig geprägt hat.

Die Early-Stage-Kandidaten

Aidonic ist ein neues Tool für Organisationen, die in der Entwicklungshilfe tätig sind. Die Technologie ermöglicht es, finanzielle Mittel via Blockchain zu verteilen und ihre Ankunft beim effektiv Begünstigten transparent nachzuverfolgen. «Jedes Jahr werden rund 600 Mrd. $ für gute Zwecke an Nichtregierungsorganisationen weltweit gespendet», sagt Severiyos Aydin, Gründer und CEO des Start-up. «Mit Aidonic können diese Organisationen sicherstellen, dass fast 100% der Spenden auch wirklich bei den Menschen ankommen, für die sie bestimmt sind.» Vergangenen Sommer hat das Unternehmen die Technologie zum ersten Mal in Syrien mit acht verschiedenen Projekten getestet. Dieses Jahr wird es die Vollversion seiner Plattformlösung an den Start bringen, die laut Aydin ab Mai und Juni von mehreren Organisationen genutzt werden wird. Ende dieses Jahres steht dann die nächste Finanzierungsrunde für das Start-up an.

Legartis bietet eine Softwarelösung, um rechtliche Dokumente in wenigen Sekunden durch künstliche Intelligenz zu identifizieren, zu klassifizieren und zu verstehen. «Verträge bearbeiten ist sehr zeitintensiv», sagt David Alain Bloch, CEO und Mitgründer von Legartis. «40% der Zeit werden dabei durch repetitive Arbeit verschwendet.» Nicht zuletzt in der Finanzindustrie hat wegen der verschärften Regulierungen der Aufwand markant zugenommen. Das Start-up bietet für dieses Problem eine Anwendung basierend auf künstlicher Intelligenz. «Sie erlaubt es dem Nutzer, direkt zum relevanten Teil eines rechtlichen Dokuments vorzustossen», sagt Bloch. In kurzer Zeit habe das Start-up mehrere Kunden in der Schweiz und Deutschland gewinnen können. Als Partner fungieren grosse Anwaltskanzleien in beiden Ländern. Das US-Magazin «Forbes» zählt Legartis zu den besten dreissig Start-ups der künstlichen Intelligenz im deutschsprachigen Raum.


Die Growth-Stage-Kandidaten

Instimatch Global ist eine führende Plattform für Geldmarktprodukte. Das Ziel ist, kurzfristige Liquidität effizienter zwischen institutionellen Schuldnern und Gläubigern zirkulieren zu lassen. «Das Schöne an unserem Tool ist nicht nur die Transparenz, sondern die Vielzahl an Gegenparteien, mit denen die meisten Treasurer nie zuvor interagiert haben», sagt Daniel Sandmeier, CEO von Instimatch. Die Plattform ist ein Treffpunkt für Schatzmeister über Branchen-, Währungs- und Landesgrenzen hinaus. 2019 sei die Nutzerbasis von Instimatch laut Sandmeier von zwanzig Kunden in der Schweiz auf über hundert gewachsen. Als Nächstes will das Start-up in den Nahen Osten expandieren. Auf der Technologieseite schmiedet die Gesellschaft zurzeit Partnerschaften mit Treasury-Management-Systemen, «die es uns erlauben, unser Geschäft noch schneller auszubauen», sagt Sandmeier.

Securosys entwickelt und vertreibt Hardware, Software und Dienstleistungen, die Daten und ihre Übertragung schützen. Der Verkaufsschlager des Start-up sind Sicherheitsmodule, die bei einer Vielzahl von Banken und Finanzdienstleistern zur Anwendung kommen und unter anderem auch den Schweizer Zahlungsverkehr via Kryptographie verschlüsseln. Dabei werden jeden Tag rund 100 Mrd. Fr. umgesetzt. So gesehen ist wohl jeder Bankkunde hierzulande ein Nutzer von Securosys. Für diese kritische Stellung im heimischen Zahlungsverkehr wurde das Start-up eigens von der Schweizerischen Nationalbank zugelassen. «Wir beschützen digitalen Identitäten, Signaturen und Vermögenswerte», sagt Robert Rogenmoser, Mitgründer und CEO von Securosys.