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Das sind die Top-Aktien des Jahres

Nestlé sind die besten Blue-Chip-Titel im laufenden Jahr, UBS die mit Abstand schlechtesten.

Die Schweizer Börse hat seit Jahresbeginn trotz geopolitischer Turbulenzen und schwelender Rezessionsängste eine ansehnliche Performance hingelegt. Der Blue-Chip-Index SMI, der die zwanzig wichtigsten Schweizer Aktien abbildet, ist 16,7% avanciert. Damit hat der Schweizer Aktienmarkt eine bessere Performance abgeliefert als etwa der deutsche Dax, der seit Januar lediglich +12,1% gewonnen hat, oder der Euro Stoxx 50 mit +13,7%.

Angesichts der Unsicherheiten suchen Anleger Sicherheit. Zusammen mit einer überzeugenden operativen Leistung machte dies die Valoren des Nahrungsmittelmultis Nestlé zu den bisher erfolgreichsten Blue-Chip-Titeln des Jahres – sie haben sich seit Januar knapp 42% verteuert. Unter CEO Mark Schneider setzt der Food-Gigant die Wachstumserholung fort. Im zweiten Quartal hat er den Umsatz organisch 4% gesteigert, das ist so gut wie seit 2016 nicht mehr.

Nestlé Top, UBS Flop

Geschicktes Portfoliomanagement sichert Nestlés Profitabilität und dürfte auch im kommenden Jahr den Gewinn pro Aktie verbessern. In diesem unsicheren Umfeld werden sich die Papiere weiter behaupten, obschon Kurs und Bewertung hoch sind. Der zweite Rang im SMI geht an die Aktien des Pharmazulieferers Lonza. Ein starkes Pharmageschäft und Abspaltungsfantasien für das Special-Ingredients-Geschäft haben die Healthcare-Valoren seit Januar knapp 38% verteuert.

Ebenfalls in die Top-Ränge schaffen es die defensiven Dividendentitel der Versicherer Swiss Life und Zurich Insurance. Erstere werfen derzeit eine Rendite von 3,5% ab, Zurich eine von 5,5%, wobei Swiss Life zudem mit Wachstum im Stammgeschäft überzeugen kann. In die Top fünf haben es auch die Titel des Luxusgüterherstellers Richemont geschafft. Trotz Unruhen im wichtigen Absatzmarkt Hongkong und magerer Absatzentwicklung bei den hochpreisigen Uhren konnten sie knapp 22% avancieren.

Am SMI-Tabellenende finden sich die Papiere der Grossbank UBS. Sie haben mehr als 10% verloren und verzeichnen damit die mit Abstand schlechteste Performance unter den Blue Chips. Probleme im Investment Banking, Personaldiskussionen und immer neue Bussen drücken auf die Anlegerstimmung. Ebenfalls unter die Räder gerieten die Aktien des Uhrenherstellers Swatch Group und des Novartis-Spin-off Alcon, die nach dem Börsengang im April noch nicht überzeugten. Auch die Titel der sich in ständiger Transformation befindenden ABB und der Grossbank Credit Suisse entwickelten sich schwach.

Zahlreiche Problemkinder im SPI

Der breit abgestützte SPI, der auch mittelgrosse und kleinkapitalisierte Gesellschaften umfasst, hat im Betrachtungszeitraum mit knapp 21,9% noch etwas stärker gewonnen als der SMI. Besonders hervorzuheben ist die Performance der Tech-Valoren AMS (+67%), die nach einem miesen Vorjahr und trotz Turbulenzen um die Übernahme von Osram eine starke Leistung zeigten. Auch die im Vorjahr gebeutelten Titel des Stromzählerherstellers Landis+Gyr haben eine Rally von über 50% hingelegt und notieren mittlerweile über dem Ausgabepreis beim Börsengang im Sommer 2017 (78 Fr.).

Am unteren Tabellenende des SPI finden sich viele Problemkinder. Die Aktien der Industriegruppe Von Roll etwa leiden unter einem ausgesprochen schwachen Geschäftsgang. Umsatz und Gewinn sind 2019 deutlich geschrumpft, was sich in einer schlechten Kursperformance bis dato spiegelt: –32,6%. Der Solarzulieferer Meyer Burger und der Milchverarbeiter Hochdorf stehen angesichts von schwachem Geschäftsgang und strategischem Chaos mit dem Rücken zur Wand. Und der Verpackungsspezialist Airopack ist in Nachlassstundung und wird die Börse im November verlassen.

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