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Bye-bye Hochpreisinsel Schweiz

Mathias Binswanger

Die Schweiz ist eine Hochpreisinsel. Das ist allgemein bekannt. Allerdings hat ein erheblicher Anteil dieses Preisunterschiedes nichts mit objektiven Kriterien, wie hohen Löhnen, knappem Boden oder strengen Produktvorschriften zu tun. Er wird stattdessen durch die Wirtschaft selbst verursacht. Anbieter profitieren von der Tatsache, dass man in der kaufkräftigen Schweiz höhere Preise als anderswo verlangen kann.

Sie schaffen dies, indem sie die Schweiz künstlich vom Ausland abschotten. Etwa dadurch, dass man Produkte nicht direkt bei ausländischen Anbietern zu dortigen Preisen kaufen kann, sondern gezwungen wird, diese bei Schweizer Niederlassungen zu höheren Preisen zu kaufen. Oder indem man online beim Besuch von ausländischen Websites auf Schweizer Seiten umgeleitet wird, wo man wiederum höhere Preise bezahlt (Geoblocking).

Doch mit dieser künstlichen Abschottung der Schweizer Wirtschaft soll bald Schluss sein. Bundesrat und Parlament haben im Frühling das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb und das Kartellgesetz als indirekten Gegenvorschlag zur sogenannten Fairpreis-Initiative angepasst. Diese Initiative wurde von einem breiten Bündnis aus Gastronomie, KMU und Konsumentenschutz lanciert und dann zugunsten des Gegenvorschlags zurückgezogen. Dieser wird am 1. Januar 2022 in Kraft gesetzt, was zu entsprechenden Gesetzesänderungen führt.

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