Unternehmen / Schweiz 15:16 - 30.12.2016

Das waren 2016 die besten Schweizer Aktien

Die Tops und Flops an der Schweizer Börse: Eine kleine Genfer Bank holt im SPI Gold, eine grosse Zürcher Bank belegt im SMI den letzten Platz.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Aktionär
Teilhaber einer AG bzw. Inhaber einer Aktie oder einer Mehrzahl von Aktien.
Blue Chips
Bezeichnung für Aktien führender, kotierter Unternehmen mit erstklassiger Bonität , hoher Ertragskraft und solider Finanzstruktur.
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
Börsenwert
Marktwert (Verkehrswert ) eines Unternehmens. Dazu wird der Börsenkurs mit der Anzahl aller Aktien multipliziert. Für die Aktienindizes ist der Streubesitz relevant.
Derivathaus
Effektenhändler , der gewerbsmässig selbst Derivate emittiert und sie für eigene oder fremde Rechnung auf dem Primärmarkt oder privat plaziert (vgl. Emittent ).
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Grossbanken
In der Schweiz UBS und Credit Suisse. Sie sind mit einem Anteil von 50% an der Bilanzsumme und 75% an der Börsenkapitalisierung aller Schweizer Bankaktien die bedeutendste Bankengruppe. Auch international gehören sie zu den grössten Banken.
Holding
Gesellschaft mit dauernden Beteiligungen an rechtlich selbständigen Unternehmen zum Zweck der Kontrolle und der Finanzierung.
Konjunktur
Oft synonym verwendet für die Lage der Gesamtwirtschaft. Die Forschung betont den zyklischen Verlauf des Wirtschaftswachstums (Aufschwung , Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession , Depression). Im Englischen wird deshalb auch von Business Cycle gesprochen.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
SMI
Wird nach dem Streubesitz der zwanzig bedeutendsten kotierten Schweizer Unternehmen berechnet. Der SMI ist nicht dividendenkorrigiert, ist also ein Preisindex .
SPI
Deckt nahezu sämtliche an der SIX kotierten Unternehmen ab. Der Index ist dividendenkorrigiert und somit ein Performanceindex .
Swiss Market Index
Wird nach dem Streubesitz der zwanzig bedeutendsten kotierten Schweizer Unternehmen berechnet. Der SMI ist nicht dividendenkorrigiert, ist also ein Preisindex .
Vermögensverwaltung
Geschäftsbereich, in dem die Banken die gesamten Vermögenswerte von privaten und institutionellen Kunden aktiv selbst betreuen. Dazu gehört auch das Angebot von Anlagefonds . Gegenteil: Anlageberatung .

Sowohl der Gesamtindex SPI (–1,5%, inklusive Dividenden) wie der Swiss Market Index (SMI, –6,7%) schlossen das Börsenjahr 2016 im Minus. Massgeblichen Anteil daran hatten die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche, die beide mehr als 10% nachgaben. Das Schlusslicht unter den Blue Chips bildeten die Aktien der Grossbanken. Die Credit Suisse büsste fast ein Drittel ihres Börsenwerts ein.

SMI-Gewinner waren mit grossen Vorsprung Actelion. Die Valoren des Basler Pharmaunternehmens wurden am Schluss durch Übernahmefantasien hochgetrieben. Gut möglich, dass 2017 ein Angebot von Johnson & Johnson auf den Tisch kommt. Mit kleineren Biotech-Unternehmen verloren Anleger aber viel Geld, so mit Kuros (–45%) und Santhera (–41%).

Tops und Flops 2016 im SMI (-6,7%) Name Gesamtertrag in % Actelion +61,3 ABB +24,7 Geberit +23,0 Zurich Insurance +17,4 SGS +11,4 Swatch Group –7,1 Novartis –11,3 Roche –13,3 UBS –14,2

Die Investoren rechnen offenbar mit einer Konjunkturerholung im kommenden Jahr. Etliche Industrietitel imponierten mit einer weit überdurchschnittlichen Gesamtperformance (Kursgewinn plus Dividende). Im SMI waren es ABB und Geberit. Während der Sanitärtechniker die finnische Sanitec rascher als erwartet integriert hat, war im Fall von ABB eher das Engagement aktiver Investoren wie Cevian der Kurstreiber.

And the winner is…

Gewinner 2016 waren mit +208% die Titel der kleinen Genfer Vermögensverwaltungsbank Profil de Gestion. Im Publikum sind allerdings kaum mehr Valoren gestreut. Die Silbermedaille holten sich die Aktien von Dottikon ES, die sich mehr als verdoppelt haben. Das auf Feinchemikalien spezialisierte, von Markus Blocher kontrollierte Unternehmen hat Umsatz und Gewinn im ersten Semester des Geschäftsjahres 2016/17 deutlich gesteigert. Aus dem Industriesektor ragten ausserdem Bobst, Arbonia, Implenia, Adval Tech, Gurit und Schweiter hervor.

Tops und Flops 2016 im SPI (-1,5%) Name Gesamtertrag in % Banque Profil de Gestion +207,7 Dottikon +105,1 Hochdorf +87,2 Bachem +80,6 VAT +78,7 Bobst +74,2 Logitech International +69,0 Actelion +61,7 SNB +61,4 Arbonia +59,9 Goldbach +54,6 Aevis Victoria +54,0 Implenia +50,3 Adval Tech +48,7 Valora +45,7 Gurit +44,3 Schweiter +40,2 VP Bank +39,3 Basilea –24,5 Galenica –25,9 GAM –27,6 Credit Suisse Group –30,0 CI Com –32,6 Molecular –33,1 Addex –35,4 LifeWatch –37,4 Evolva –38,3 EFG –40,0 Santhera –40,7 Gottex –41,4 Kuros –44,6 Orascom –49,7 Meyer Burger –60,1 Wisekey –63,3 Leonteq –76,2 Accu Holding –95,1

Auf der anderen Seite verzeichnete Accu Holding besonders herbe Kursverluste. Die Aktien sind ab Anfang 2017 vom Handel ausgesetzt, gegen den Hauptaktionär läuft ein juristisches Verfahren. Eine glatte Enttäuschung waren auch Leonteq, die drei Viertel ihres Werts verloren haben. Die Wachstumspläne des Derivathauses erlitten einen argen Dämpfer.

Börsenneulinge driften auseinander

Auch zwei Neuzugänge rangieren unter den Tops und Flops 2016. Fast in die Medaillenränge kamen VAT Group, obschon der marktführende Hersteller von Vakuumventilen erst seit Mitte April an der Börse präsent ist. Gänzlich unzufrieden werden dagegen die Aktionäre des Softwaresicherheitsunternehmens Wisekey sein. Die Papiere wurden gemessen am Erstkurs Ende März fast zwei Drittel zurückgestuft.