Märkte / Derivate

Das Wetter beherrscht den Weizenmarkt

Nässe und Dürre beschädigen Ernten. Die Getreidespeicher leeren sich. Der Weizenpreis bleibt hoch.

Weizen ist diesen Sommer so teuer wie zuletzt vor acht Jahren. Obwohl in Europa gerade eine Rekordmenge des Getreides geerntet wird. Schuld ist für einmal nicht das Coronavirus, sondern der klassische Störfaktor am Agrarmarkt: das Wetter.

Der Sommer in Europa war nass. Je mehr Regen, desto besser wächst Gras, eine Pflanzenfamilie, zu der auch der Weizen gehört. Doch bei zu viel Niederschlag während der Aussaat kann der Boden nicht vernünftig bearbeitet werden. Die schweren Landwirtschaftsmaschinen versinken.

Das Gleiche gilt in der Erntezeit, die auf der Nordhalbkugel Ende Juli beginnt. Der Mähdrescher versinkt, das Getreide auf dem Feld wird nass. Bleibt es zu lange feucht, bevor es geerntet und getrocknet werden kann, keimt das Korn weiter. Gespeicherte Stärke wird in Zucker umgewandelt. Während das den Nährwert des Weizens kaum beeinträchtigt, eignet es sich nicht mehr gleich gut, um damit Brot zu backen.

Qualitätsprobleme

Dieses sogenannte Auswuchsgetreide kann dann z.B. als Futtermittel verkauft werden. Es wird aber nicht im Mehlregal landen, weil die Qualität nicht stimmt. So fahren die europäischen Bauern dieses Jahr eine grosse Ernte ein, werden dafür aber weniger Geld erhalten. So weit die Prognosen. Wie sich die Qualität des europäischen Weizens in den nächsten Tagen und Wochen genau herausstellt, wird die Weizenpreise bewegen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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