Märkte / Aktien

David Kohl: «Die Nationalbank sollte sich trauen»

Der Chefökonom der Bank Julius Bär hält den Zeitpunkt für gegeben, dass die SNB damit beginnt, ihre Zins- und Währungspolitik zu normalisieren.

Überdurchschnittlich hohe Inflationsraten, steigende Marktzinsen und trotzdem recht gelassene Notenbanker in Europa und den USA. Wie passt das zusammen? David Kohl setzt sich täglich mit dieser herausfordernden Konstellation auseinander. Er ist seit vergangenem Herbst Chefökonom der Bank Julius Bär. Kohl studierte in Heidelberg Politische Ökonomie und hält einen Master in Wirtschaftswissenschaften der Universität Glasgow.

Herr Kohl, viele Ökonomen korrigieren gegenwärtig ihre Wachstumsprognosen nach unten. Wie rosig ist Ihr Ausblick noch?
Weltweit ist der Revisionsbedarf gar nicht so gross. Es kommt auf die Region an. Am grössten ist er in Asien, nicht nur in China, sondern auch in anderen Staaten, die in den globalen Angebotsketten eine Rolle spielen. Dort sorgt die Deltavariante für Unsicherheit. Vielerorts gilt eine Nulltoleranz gegenüber Ansteckungen, was eine Stop-and-Go-Politik in Sachen Lockdowns zur Folge hat. Das macht die Wirtschaft schwankungsanfällig. Auch in den USA verlangsamt sich die Konjunktur markant. Das dritte Quartal verläuft überraschend schwach.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?

Leser-Kommentare