Nach dem Ausverkauf ist eine Gegenbewegung des Deutschen Aktienindex zurück nach oben beinahe schon zwingend. Doch bislang überzeugen erste Gehversuche in diese Richtung noch nicht. Und auch wenn eine Erholung vermutlich kommt, sollten sich Anleger davon nicht zu voreiligen Schlüssen verleiten lassen.

Der Markt bleibt auch zum Wochenauftakt klar von Verkäufern dominiert – ein kleiner Anstieg im Tagesverlauf wurde sofort wieder abverkauft, was sich im Kerzenchart zeigt. Dort werden neben dem Schlusskurs auch der Eröffnungs-, Höchst- und Tiefstkurs eines Tages abgebildet.

Sofort wird in dieser Darstellungsweise erkennbar, dass der Dax (DAX 10870.67 2.34%) zwar nach Handelsbeginn gestiegen ist, bis zum Läuten der Schlussglocke jedoch fast alle Gewinne abgegeben hat – eine nachhaltige Erholung sieht anders aus. Auf vergleichbare Tageskerzen folgte in der Vergangenheit bestenfalls eine Seitwärtsbewegung (schwarze Pfeile).

Ein Anstieg bis an die in diesem Chartausschnitt gut erkennbaren markttechnischen Widerstände um 12’745/12’850 ist unter diesen Umständen nur vorstellbar, weil die voraus gegangene Verkaufswelle so stark ausgefallen ist, dass eine sogenannte technische Reaktion, also ein Ausschlag in die Gegenrichtung nach oben, dadurch wahrscheinlicher wird.

Die darauf folgende Hürde bei 13’135, die sich wie ihre Vorgänger auch aus ehemaligen Zwischentiefs ableitet, dürfte aber dennoch kaum erreichbar sein.

Bis an die nächstgelegene Barriere muss der Dax gar nicht so weit steigen, sie verläuft bereits um 12’600 in Form einer Abwärtstrendlinie, die sich bereits als Erholungs-Stopper bewiesen hat (blau).

Zwischen ihr und den zuvor genannten Widerständen dürfte eine Erholung mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zum Stillstand kommen.

Wie es nach einer eventuellen Abwärtstrendpause weitergeht, verrät der langfristige Chart: Hier ist um 11’400/11’800 ein Haltebereich erkennbar, der nun zusammen mit dem knapp darunter verlaufenden Aufwärtstrend (blau) auf dem Prüfstand steht.

Frühestens dort ist wieder mit steigendem Kaufinteresse zu rechnen. Absicherungsstrategien mit Puts oder Bär-Zertifikaten bleiben daher vorerst auch weiterhin das Mittel der Wahl für vorsichtige Anleger. Die untenstehende Tabelle zeigt beispielhaft geeignete Produkte.

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